Die Kraft der Autosuggestion

ResTZucker

David Angst
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2016 wird in die Annalen eingehen als Jahr des positiven Denkens. Zu verdanken ist dies den autosuggestiven Fähigkeiten der Thurgauer. Mittels mentaler Visualisierung hat das Volk nämlich an einem einzigen Tag mindestens zwei Milliarden an Steuergeldern eingespart.

Allein durch die Vorstellung,dass an den Gestadendes Bodensees eine Landesausstellung stattfinden könnte, war es so beschwingt, dass es auf die reale Expo verzichten konnte. Und das, obwohl der Industriehanf hierzulande weni- ger als 1 Prozent THC enthält.

Beim «Agro Food Innovation Park» lief es etwas anders.Obwohl die Befürworter all ihre suggestiven Fähigkeiten aufboten, konnten sich die Frauenfelder nicht vorstellen, was das sein sollte. Sie versenkten das Projekt an der Urne und sparten somit weitere Steuergelder. Diese werden nun in Tänikon investiert, wo der Kanton einen landwirtschaftlichen Forschungsbetrieb pachtet, was ja etwas Ähnliches ist.

Nach der verlorenen Abstimmung habendie Lehrplan-21-Gegner dank Mentaltraining wieder in einen affirmativen Zustand zurückgefunden. Bereits sammeln sie wieder Unterschriften. Dieses Mal für eine Initiative «Ja zu einer guten Thurgauer Milchproduktion – ohne Melkroboter.»

Die Kraft des positiven Denkensfunktioniert übrigens auch bei den Fremdsprachen. Dank einer neuen Lernmethode ist es laut Internet innert drei Wochen möglich, fliessend Französisch zu sprechen. Das könnte unser Erziehungsdepartement aus der Zwickmühle befreien. Man kann nun irgendwo im Lehrplan drei Wochen Französisch einplanen – am besten gleich am Anfang der dritten Klasse. Dann ist sogar Bundesrat Alain Berset zufrieden.

David Angst

david.angst

@thurgauerzeitung.ch