Die Hühner sind dem Tod geweiht

Der Thurgauer Tierschützer Reinhold Zepf wollte die 150 Hühner retten, die an einem Waldrand ausgesetzt worden waren. Nun wirft er das Handtuch - aufgrund der Auflagen des Veterinäramtes könne er die Tiere nicht retten.

Silvan Meile
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Der Thurgauer Tierschützer Reinhold Zepf vor Ort, kurz nachdem die ausgesetzten Hühner entdeckt worden waren. (Bild: Mario Testa)

Der Thurgauer Tierschützer Reinhold Zepf vor Ort, kurz nachdem die ausgesetzten Hühner entdeckt worden waren. (Bild: Mario Testa)

Tierschützer Reinhold Zepf kämpfte darum, dass die 150 in einem Wald bei Happerswil ausgesetzten Hühner nicht auf der Schlachtbank enden. Auf eigene Kosten nahm deshalb Zepfs kantonaler Tierschutzverein die Masthühner auf. "Wir haben auch ihren Gesundheitszustand abgeklärt. Alle Tiere sind gesund", sagt Zepf.

Doch die Rettung ist gescheitert. Weil das Veterinäramt des Kantons Thurgau dem Tierschutzverband verbiete, die Hühner an Dritte weiterzugeben, sei es dem Tierschutz aus Platzgründen nicht möglich, die Tiere langfristig zu halten, erklärt Zepf. Ausserdem verlange das Veterinäramt vom Tierschutz, dass sämtlich Tiere nach ihrem Tod in einer Tiefkühlanlage aufbewahrt werden müssen. Auch diese Anforderung kann Zepf logistisch nicht erfüllen, wie er sagt. In einem Schreiben an das Veterinäramt teilt der Tierschützer deshalb heute mit, unter diesen Umständen nicht weiter für die Hühner sorgen zu können.

Der Tierschützer versuchte, den Hühnern ein glückliches Leben zu ermöglichen, nachdem das kantonale Veterinäramt die Tiere nach deren Auffinden im Wald schlachten wollte. "Viele Menschen sind bereit, die Tiere bei sich aufzunehmen", sagt Zepf. "Doch nun muss ich mich der grausamen Staatsmacht beugen", sagt Zepf. Die Auflagen sind ihm zu viel. Unter diesen Umständen könne er die Tiere nicht retten. Zepf spricht von Bürokratie und Schikane. "Deshalb gebe ich die Tiere wieder ab", sagt er. Das dürfte für die Hühner das Todesurteil bedeuten.

Das Veterinäramt des Kantons Thurgau war für eine Stellungnahme bisher nicht erreichbar.