Die Holländer stellen sich die gleichen Fragen

Für Kantonsarchäologe Hansjörg Brem endet eine bedeutende Woche. Der internationale Archäologenkongress in Kreuzlingen machte den Thurgau für eine Woche zum Treffpunkt von Wissenschaftern dieses Fachgebiets. Was waren die brennenden Themen der Kongressteilnehmer?

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Hansjörg Brem Leiter des Thurgauer Amtes für Archäologie (Bild: Nana do Carmo)

Hansjörg Brem Leiter des Thurgauer Amtes für Archäologie (Bild: Nana do Carmo)

Für Kantonsarchäologe Hansjörg Brem endet eine bedeutende Woche. Der internationale Archäologenkongress in Kreuzlingen machte den Thurgau für eine Woche zum Treffpunkt von Wissenschaftern dieses Fachgebiets.

Was waren die brennenden Themen der Kongressteilnehmer?

Es wurde eine sehr breite Palette an Themen besprochen. In Grönland zeigt sich etwa durch den Klimawandel die Problematik, dass archäologisch bedeutende Stätten auftauen. Es stellt sich die Frage, wie die Archäologie darauf reagieren soll. In Indonesien wiederum fragen sich die Berufskollegen, wie man mit amerikanischen Flugzeugen auf dem Meeresgrund umgehen soll, die im Zweiten Weltkrieg abstürzten.

Welche Themen waren für den Thurgau von besonderem Interesse?

Interessanterweise stellen sich holländische Kollegen gleiche Fragen wie wir. Wie bei uns werden dort derzeit Gewässerräume renaturiert. Auch sie stellen sich die Frage, was diese landschaftlichen Veränderungen für die Archäologie bedeuten. Ausserdem ist der Siedlungsdruck dort ähnlich hoch wie bei uns. Archäologie ist stark von der Raumplanung beeinflusst.

Woher kamen die Teilnehmer?

Aus fernen Städten wie Jakarta, Perth oder Auckland. Die meisten der Teilnehmer kamen aber aus England und Skandinavien. Sie zeigten alle Gefallen an der Bodenseeregion. Für viele war die Grenznähe reizvoll. 60 internationale Fachleute besuchten den Kongress. Damit bin ich zufrieden. Bedauerlicherweise zeigten sich aber Schweizer und deutsche Fachkollegen nur spärlich. (sme.)