Die Hälfte der Katzen ist weg

BÜRGLEN. Viele der 67 Katzen des Ehepaares aus Bürglen haben einen neuen Besitzer gefunden. Nach einem anfänglichen Ansturm gingen die Anfragen jedoch zurück.

Yannick Wiget
Merken
Drucken
Teilen

Damit hat Reinhold Zepf, Präsident des Thurgauischen Tierschutzverbandes (TTSV), nicht gerechnet: Zwei Wochen nachdem die 67 Katzen eingefangen wurden, hat die Hälfte von ihnen bereits wieder ein neues Zuhause. Zepf ist überwältigt vom Mitgefühl der Menschen: «Am Anfang hatten wir einen richtigen Ansturm von Leuten, die eine Katze bei sich aufnehmen wollten.»

Dass die Abgabe der Katzen so erfolgreich anlief, sei vor allem durch die Mitarbeit der Medien möglich gewesen. Laut Reinhold Zepf sind durch das grosse öffentliche Interesse viel mehr Leute als gewöhnlich auf das Schicksal der Katzen aufmerksam geworden: «Die neuen Besitzer kamen von überall her, es gab sogar einen Interessenten aus der Innerschweiz», erzählt der Tierschutz-Präsident erfreut.

Anfragen nehmen ab

Mittlerweile stagniert jedoch die Nachfrage: «Nach dem anfänglichen Ansturm haben die Anfragen abrupt aufgehört. Wir sind deshalb sehr froh, wenn sich weiterhin Leute melden.» Alle Sektionen des TTSV hätten noch Tiere, die auf einen neuen Besitzer warten.

Unter den Katzen, die noch keinen Abnehmer gefunden haben, sind auch Jungtiere, die vorerst unter der Obhut des Verbandes bleiben. «Viele dieser jungen Katzen sind aber bereits reserviert und werden von ihren Besitzern in ein paar Monaten abgeholt», sagt Reinhold Zepf.

Kein finanzieller Gewinn

Der TTSV übernahm die Tierarztkosten. Alle Katzen mussten auf Krankheiten überprüft und auch kastriert werden. Reinhold Zepf schätzt die Gesamtkosten der Aktion auf 15 000 bis 20 000 Franken. Eine genaue Abrechnung liegt ihm aber noch nicht vor. Die Kosten versucht der TTSV mit Spenden für die «Katzenrettung» und Unkostenbeiträgen, die er für die Katzen verlangt, zu decken. Laut Reinhold Zepf zahlten die neuen Besitzer im Durchschnitt hundert Franken für eine Katze.

Ob der TTSV die Gesamtkosten der Aktion decken kann, ist bis jetzt noch ungewiss. Reinhold Zepf stellt aber klar: «Es ging nie um einen Gewinn. Für uns stand von Anfang an fest, dass wir diesen Katzen helfen werden.»

Interessierte, die sich für ein Büsi interessieren, sollen mit dem Thurgauischen Tierschutzverband Kontakt aufnehmen.

Beratungsstelle Thurgauischer Tierschutzverband: 071 442 77 76 ttsv-weinfelden@bluewin.ch