Die grosse Premiere

STEIN AM RHEIN. Prominente Gäste kamen zur Premiere von «Der grosse Sommer» mit Mathias Gnädinger, die im Steiner Schwanen-Kino stattfand. Es zeigte sich: Der grosse Schauspieler ist bei den Menschen nach seinem Tod noch sehr präsent.

Margrith Pfister-Kübler
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Schauspieler Herbert Leiser, Witwe Ursula Zarotti Gnädinger und der 24jährige Gnädinger-Sohn Jules begrüssen sich. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Schauspieler Herbert Leiser, Witwe Ursula Zarotti Gnädinger und der 24jährige Gnädinger-Sohn Jules begrüssen sich. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Ein grosses Stelldichein von Prominenz aus Politik, Kultur, Wirtschaft, Freunden und Fans – das war das Treffen zur Vorpremiere «Der grosse Sommer» im Kino Schwanen gestern Sonntag am Nachmittag. Die Publikumspremiere fand am Abend statt.

Zu Herzen gehende Heiterkeit wechselten mit Tränen ab. Der im 2015 unerwartet verstorbene Schauspieler Mathias Gnädinger war allen noch sehr präsent. «Mönd nid truurig sii – läbed wiiter», das war Gnädingers Credo. «Seine Aufforderung an uns alle», sagte der Schaffhauser Regierungsrat Christian Amsler.

Pfiffiges Kerlchen aus Ramsen

Die Gebrüder Gnädinger haben einen Kurzfilm über die Kindheit in Ramsen gemacht, die mit der Hochzeit der Eltern im Jahr 1940 in Ramsen begann. Ein pfiffiges Kerlchen war Klein-Mathis, der im März 1941 zur Welt kam. Stadtpräsidentin Claudia Eimer war voll gerührt: «Er hat nie den Superstar markiert. Er ist ein Geschenk und wir sind dafür dankbar und stolz.» Maskenbildnerin Bea Petri Feurer und ihr Ehemann – Schaffhausens Ex-Regierungsrat Thomas Feurer – jetzt in Steckborn wohnhaft, gehören zum engsten Freundeskreis. Bea Petri Feurer hat als Maskenbildnerin im Film mitgewirkt. Sie sprechen von Mathias als liebenswürdiger Rüpel. Schauspieler Herbert Leiser, Witwe Ursula Zarotti Gnädinger und der 24jährige Gnädinger-Sohn Jules, der im Film seinen Vater als jungen Mann spielt, scheint es sehr zu beschäftigen, dass Mathias nicht dabei sein kann.

Jules Gnädinger arbeitet als Sicherheitseinsatzleiter bei der Securitas und seine Schwester Laura ist derzeit auf Weltreise. Regierungspräsident Reto Dubach: «Wir vermissen dieses Urgestein, seine Ehrlichkeit, seine Authentizität.» Regisseur Stefan Jäger spricht von der schöpferischen Gnade Gnädingers und ist überzeugt: «Er hat immer versucht, noch besser zu werden.»

Gnädinger im «Schwanen»

Ruedi Rüttimann, der Kopf des Cinema Schwanen, ist mit Mathias Gnädinger am 12. Februar letzten Jahres – zwei Monate vor Gnädingers Tod – am gleichen Ort gesessen wie bei der Hommage, Mathias nahm den Platz gegenüber ein. Rüttimann erzählt: «Mathias Gnädinger hat in seinem Abschiedsbrief, den er vor seiner Reise nach Japan geschrieben hat, gesagt: <Seid nicht traurig… habt Kraft, an mich zu denken, von mir zu erzählen, meine Arbeiten zu sehen, euch zu freuen und viel zu lachen.>.»

Dabei zeigte Gnädinger, dass es ihm wichtig war, Menschen zu erfreuen. Menschen über seine Filmszenen zu erheitern, aber auch indirekt wie im Theater durch die psychische Projektion, Spannungen abzubauen. Lösungen aufzuzeigen oder auch schlichtweg von den Alltagssorgen abzulenken. Er war auch sehr feinfühlig und hat offenbar gespürt, dass sein Leben endlich ist.

Und die Zauberformel von Gnädinger? Dazu Rüttimann: «Mathias Gnädinger ist es mit seinem Filmschaffen gelungen, etwas auszudrücken, was viele Menschen empfinden, aber nie so in dieser Direktheit zeigen können. Somit kann der Betrachter seine Sehnsüchte und tiefsten inneren Wünsche auf den Schauspieler projizieren und er macht auf der Leinwand etwas möglich, wonach viele sehnsüchtig verlangen.»

Witwe Ursula Zarotti Gnädinger und Regisseur Stefan Jäger stehen im Kinofoyer nahe beieinander.

Witwe Ursula Zarotti Gnädinger und Regisseur Stefan Jäger stehen im Kinofoyer nahe beieinander.

Maskenbildnerin Bea Petri Feurer kam mit ihrem Ehemann Ex-Regierungsrat Thomas Feurer, jetzt in Steckborn wohnhaft.

Maskenbildnerin Bea Petri Feurer kam mit ihrem Ehemann Ex-Regierungsrat Thomas Feurer, jetzt in Steckborn wohnhaft.

Fritz Gnädinger steht vor dem Filmplakat, das seinen Bruder Mathias als den Schwinger Toni Sommer im neuen Kinofilm zeigt.

Fritz Gnädinger steht vor dem Filmplakat, das seinen Bruder Mathias als den Schwinger Toni Sommer im neuen Kinofilm zeigt.

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