Die Geschichte von Vogel bis Zwicky

Der letzte Band des Historischen Lexikons der Schweiz enthält Kurzbiographien des Bioforce-Gründers Alfred Vogel und des Präsidenten der Nationalen Aktion Hans Zwicky. 107 von 2929 Artikeln haben einen expliziten Thurgauer Bezug.

Thomas Wunderlin
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Der Eintrag zur Gemeinde Wäldi im Historischen Lexikon ist illustriert mit einem Ausschnitt aus einem «Panorama gezeichnet auf dem Belvédère in Hohenrhein bey Constanz» von 1831. (Bild: pd/HLS)

Der Eintrag zur Gemeinde Wäldi im Historischen Lexikon ist illustriert mit einem Ausschnitt aus einem «Panorama gezeichnet auf dem Belvédère in Hohenrhein bey Constanz» von 1831. (Bild: pd/HLS)

FRAUENFELD. Diese Aussicht gefiel Friedrich Pecht. Vom Holzturm aus, der von 1829 bis 1855 auf dem Hohenrain bei Wäldi stand, sah der Konstanzer Lithograph im Süden den Alpenkranz und im Norden den Bodensee. Ein Ausschnitt aus Pechts Panoramabild illustriert den 35zeiligen Eintrag zur Gemeinde Wäldi im 13. Band des Historischen Lexikons der Schweiz (HLS). Er behandelt den abschliessenden Buchstabenbereich Vio bis Zz.

Nach 25 Jahren hat das Grossprojekt HLS sein Ende erreicht. Für Historiker und interessierte Laien bietet es eine Einstiegshilfe zu allen erdenklichen historischen Themen mit Schweizer Bezug. Wichtig sind die Literaturhinweise, die weitere Recherchen ermöglichen. Das HLS ist auch online zugänglich. Gegenüber der gedruckten Version fehlen dort zumindest vorläufig die ansprechenden Illustrationen, die zum Blättern verführen.

Historische Persönlichkeiten

Aus Thurgauer Optik war der 12. Band interessanter, da er den Kantonsartikel Thurgau enthielt. Diesmal stehen die vier Kantone Waadt, Wallis, Zug und Zürich im Zentrum. Doch auch unter den 2929 Artikeln, die auf den 918 Seiten des 13. Bands ausgebreitet sind, finden sich wiederum zahlreiche mit Bezug zum Thurgau. Nach Angaben der HLS-Redaktion sind es 107 Einträge. Verfasst wurden sie meist von Erich Trösch, Mitarbeiter des Thurgauer Staatsarchivs.

Sie fangen an bei Vogel, Alfred (1902–1996), Naturarzt und Gründer der Bioforce in Roggwil, und enden mit Zwicky, Hans (1915–1988), Thurgauer Kantonsrat und Zentralpräsident der Nationalen Aktion gegen die Überfremdung von Volk und Heimat von 1980 bis 1986.

Die meisten Einträge betreffen Personen, darunter der Bauernpolitiker Otto Wartmann (1890–1959), der Prokurator der Kartause Ittingen Josephus Wech (1702–1761) und der Arbonia-Forster-Patron Jakob Züllig (1921–1999).

Dazu kommen die Gemeindeeinträge von Wagenhausen bis Zihlschlacht-Sitterdorf. Die ehemaligen Ortsgemeinden werden ausführlicher gewürdigt als neuere Gebilde mit Doppelnamen. So ist die Geschichte von Warth-Weiningen nach 5 Zeilen fertig, während Warth und Weiningen je 20 Zeilen bekommen haben. Mit 140 Zeilen am meisten Platz hat Weinfelden als grösste Gemeinde im Buchstabenbereich erhalten.

Die Geschichte von Wäldi beginnt mit einer Siedlung aus der Bronze- und Hallstattzeit, von der 33 000 Keramikscherben erhalten geblieben sind.

Nicht erwähnter Förderverein

Das heutige Wäldi geht auf eine Rodungssiedlung aus dem Mittelalter zurück. Die Ortsgeschichte endet mit dem Hinweis auf einige Zuzüger in einem Einfamilienhausquartier.

Nicht erwähnt wird der Förderverein Napoleonturm, der zurzeit Geld sammelt, um auf dem Hohenrain wieder einen Aussichtsturm zu errichten.

Historisches Lexikon der Schweiz, 13. Band, Schwabe Basel, Richtpreis 298 Fr. In drei Sprachen erhältlich.