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Die Friedensrichter sind nicht böse

Die Reorganisation der Betreibungs- und Friedensrichterämter sorgte für rote Köpfe. Seit anfangs Monat gelten nun die neuen Strukturen. Der Berufsverband hat sich den neuen Begebenheiten angepasst.
Silvan Meile
Thomas Huber Präsident Verband Betreibungs- und Friedensrichterämter (Bild: Silvan Meile)

Thomas Huber Präsident Verband Betreibungs- und Friedensrichterämter (Bild: Silvan Meile)

LANDSCHLACHT. Den Thurgauer Friedensrichtern und Mitarbeitern der Betreibungsämter geht es wieder besser, nachdem sie eine bittere Pille schlucken mussten. «Und ist das Wetter noch so trübe, immer hoch die rote Rübe», sagte der Arboner Thomas Huber, Präsident des Verbandes der Thurgauer Betreibungs- und Friedensrichterämter, gestern an der Mitgliederversammlung des Verbands. Monatelang sorgte die Reorganisation der Ämter für rote Köpfe.

13 Amtschefs weniger

Im Zuge des kantonalen Sparprogramms wurden die einstigen 18 Friedensrichter- und Betreibungskreise auf die 5 Bezirke reduziert. 13 Friedensrichter mussten ihren Chefsessel räumen und sich als Mitarbeiter anstellen lassen, weil die neuen Strukturen nicht mehr 18 Amtsleiter, sondern nur noch deren 5 vorsehen. Und weil Standorte aufgehoben wurden, mussten Büros aufgegeben und neue Kollegen begrüsst werden. «Wir sind noch am Wundenlecken», sagte Huber am Rande der Versammlung. Seit 1. Juni ist die Reorganisation in Kraft. Eine halbe Million Franken erhofft sich der Kanton Thurgau dadurch pro Jahr zu sparen. «Wenn die Politik bestimmt, ist das so», resümiert Huber. Kündigungen wurden keine ausgesprochen. Doch die Zahl der heute 90 Mitarbeiter in allen Thurgauer Friedensrichter- und Betreibungsämtern dürfte in den nächsten Jahren sinken, da Abgänge und Pensionierungen vorerst nicht ersetzt werden, sagt Huber.

Eine Quote von 47 Prozent

Die Reorganisation sei über die Bühne gegangen, ohne dass sein Verband viel habe bewirken können, bedauerte Huber. Trotzdem gelte es jetzt, vorwärts zu schauen. Böse sei man auf niemanden, sagte der Präsident an der Versammlung, an der auch Regierungsrätin Cornelia Komposch teilnahm. Die Vorsteherin des Justiz- und Sicherheitsdepartements dankte dafür, dass das Projekt der Reorganisation mitgetragen worden sei, obwohl es für einige «unzufriedene Auswirkungen» gehabt habe.

Die Regierungsrätin brachte auch Lob mit ins internationale Blindenzentrum in Landschlacht, wo die Mitgliederversammlung stattfand. 47 Prozent der Streitfälle hätten im vergangenen Jahr vom Friedensrichter durch Vergleiche oder Rückzuge geschlichtet werden können, was schliesslich die Gerichte entlastete.

Verband hat sich geöffnet

Die Tendenz der Zusammenlegung mehrerer Betreibungs- und Friedensrichterämter ist auch in anderen Kantonen zu beobachten. Der Thurgauer Verband nahm dies zum Anlass, die Kriterien für die Mitgliedschaft zu lockern. Seit gestern, der 112. Jahresversammlung, ist der Verband für sämtliche Mitarbeiter der entsprechenden Ämter offen, was zuvor explizit den Friedensrichtern und Betreibungsbeamten vorenthalten war. Von den 90 Angestellten seien 32 nun Mitglied im Verband, sagt Präsident Huber.

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