Die Frequenz ist zu gering

AADORF. Zwei Anläufe hat die Aadorferin Ruth Jöhri unternommen, um an der Morgentalstrasse einen Zebrastreifen zu erwirken. Nun muss sie nach langem Kampf die Waffen strecken. Zufrieden ist sie trotzdem, vor allem mit der Gemeinde Aadorf.

Kurt Lichtensteiger
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Initiantin Ruth Jöhri sitzt in ihrem Wohnzimmer – auf dem Tisch der negative Bescheid der Gemeinde Aadorf. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

Initiantin Ruth Jöhri sitzt in ihrem Wohnzimmer – auf dem Tisch der negative Bescheid der Gemeinde Aadorf. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

So zierlich an Körpergrösse die Aadorferin Ruth Jöhri auch ist, so stark und mit viel Verve hat sie sich für die Anbringung eines Fussgängerstreifens eingesetzt (unsere Zeitung berichtete). «Leider wird die Installation des so gewünschten Übergangs im Bereich der Morgentalstrasse nicht bewilligt werden. Das habe ich eben in einem Schreiben von der Gemeinde erfahren müssen», sagt Jöhri. «Die Enttäuschung ist natürlich gross, zumal ich über ein Jahr dafür gekämpft habe und rund 100 Unterschriften meine Eingabe unterstützt haben.» Dennoch sei sie Gemeindepräsident Matthias Küng sehr dankbar für sein Verständnis und seine Unterstützung ihres Anliegens. Selbst eine finanzielle Beteiligung der Gemeinde hätte er in Aussicht gestellt, falls diese erforderlich gewesen wäre. «Auch Kantonsrat Ruedi Heim hat mich ernst genommen und versprochen, sich beim Kanton für einen sichereren Übergang einzusetzen.» Nun tue es ihr nach dem negativen Entscheid doppelt leid, dass sie «die kostbare Zeit der Behördenvertreter beanspruchen musste», um ihr Ziel zu erreichen. Enttäuscht werden wohl auch die vielen Aadorfer sein, die verbal und mit Unterschriften ihr Bestreben unterstützt hatten. «Nun müssen wir mit dem negativen Entscheid leben, wofür es in der Tat auch nachvollziehbare Gründe gibt», sagte Jöhri ganz ohne Groll.

Zu geringe Frequenz

Tatsache ist, dass im Bereich der Kreuzung zur Hauptstrasse einst ein Fussgängerstreifen war. Nach der Strassensanierung wurde dieser jedoch aus Sicherheitsüberlegungen nicht mehr markiert. Dieser Entscheid veranlasste Ruth Jöhri zu ihrer Eingabe.

Dazu schreibt das kantonale Tiefbauamt in seiner Antwort sinngemäss: Weiter östlich, nämlich im Bereich der Liegenschaft Morgentalstrasse 33, habe man die Situation neu überprüft. Dafür seien Zählungen vorgenommen worden. Die Morgentalstrasse weise auf diesem Streckenabschnitt täglich rund 8900 Fahrten auf, mit stündlichen Spitzenbelastungen von 900 Fahrten. Und wortwörtlich: «Gemäss einer Norm des Schweizerischen Verbandes der Strassen- und Verkehrsfachleute ist die Errichtung eines Fussgängerstreifens mit dem vorliegenden Verkehr dann gegeben, wenn die Frequenz bei über 50 Fussgängern je Stunde liegt. Bei einer Frequenz zwischen 25 und 50 wäre der Standort bedingt geeignet. Die Zählung ergab jedoch nur 10 bis 15 Fussgänger, so dass der Antrag abgelehnt werden muss», heisst es in der Beurteilung. «Es bleibt mir nichts anderes übrig, als den Entscheid zu akzeptieren. Doch das inzwischen beträchtlich angewachsene Dossier möchte ich aufbewahren. Man weiss nie», meinte die Initiantin in ihrer Wohnung an der Morgentalstrasse.

Nächster Übergang beim Kreisel

Weite Wege – etwa bis zum Morgentalkreisel – müssen also auch zukünftig zurück gelegt werden, will man mehr oder weniger sicher auf die andere Strassenseite gelangen. Dass Ruth Jöhris Bürgerinitiative ganz vergebens war, kann indessen nicht behauptet werden. Die Situation soll weiterhin im Auge behalten werden, verspricht Gemeindepräsident Matthias Küng.

Im Bereich der Einmündung der Haupt- in die Morgentalstrasse wird es weiterhin keinen Zebrastreifen geben.

Im Bereich der Einmündung der Haupt- in die Morgentalstrasse wird es weiterhin keinen Zebrastreifen geben.

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