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Die Frage nach dem Beginn des Lebens

Am 14. Juni entscheidet das Volk über die Änderung der Verfassungsbestimmung zur Fortpflanzungsmedizin und Gentechnologie. Ob die darin geregelte Präimplantationsdiagnostik ein Fluch oder ein Segen ist, blieb auch nach einem Podium in Weinfelden offen.
Christof Lampart
Jonathan Fisch moderierte das Podium im «Thurgauerhof». (Bild: Christof Lampart)

Jonathan Fisch moderierte das Podium im «Thurgauerhof». (Bild: Christof Lampart)

WEINFELDEN. Das Thurgauer Komitee «Nein zur PID» hatte zur Diskussionsrunde in den «Thurgauerhof» eingeladen. Unter der Leitung des Radiojournalisten Jonathan Fisch diskutierten vor 50 Personen auf der Pro-Seite Simone Curau-Aepli (Präsidentin CVP-Frauen TG), Edith Wohlfender (SP-Kantonsrätin) und Felix Häberlin (Leitender Arzt Frauenklinik St. Gallen). Die Gegenpartei war durch Martin Jost (Arzt und Medizinethiker), Marlies Näf-Hofmann (Juristin und alt Kantonsrätin) und Niklaus Herzog (Kantonale Ethikkommission Zürich) vertreten.

Menschenwürde ist unantastbar

Marlies Näf-Hofmann machte deutlich, dass mit der Präimplantationsdiagnostik «eine Grenze überschritten wird, die nicht überschritten werden darf». Martin Jost betonte, dass für ihn als ethisch handelnder Mediziner «das Recht auf Leben höher steht als das Recht der Eltern auf ein Kind». Doch wo beginnt das Leben? «Vielleicht im Zeugungsprozess, während dem man das erste Mal daran denkt», mutmasste Niklaus Herzog. Näf-Hofmann zog die frühestmögliche Grenze: «Das Leben beginnt mit der Befruchtung. Punkt! Ab diesem Zeitpunkt ist jeder ein Mensch und kann das unantastbare Recht der Menschenwürde für sich beanspruchen.»

Nicht so weit wollte Simone Curau-Aepli gehen. Zwar räumte die Mutter von vier Kindern dem Schutz des ungeborenen Lebens einen «sehr hohen Stellenwert» ein. Doch sie erklärte, dass im Verlaufe der Menschwerdung die «Schutzwürdigkeit» zunehme. Sie begründete ihre Meinung mit einem Beispiel: «Wenn in der 25. Schwangerschaftswoche eine Frühgeburt passiert, so wird alles nur Erdenkliche unternommen, um das Kind am Leben zu erhalten – ganz im Gegensatz bis zum dritten Schwangerschaftsmonat – ist doch bis dahin eine Abtreibung möglich», sagte sie. Das zeige, dass die Schutzwürdigkeit zunimmt. «Der Embryoschutz ist für mich nichts Absolutes, auch wenn das Leben mit der Befruchtung anfängt.» Jost wies Curau darauf hin, dass sie sich mit dieser Festlegung auf dünnes Eis begebe, denn «wer sagt, dass die Schutzwürdigkeit zunimmt, der betritt ein gefährliches Feld, denn der muss auch sagen, dass irgendwann die Schutzwürdigkeit abnimmt. Somit wäre junges und altes Leben am meisten gefährdet, unter kommerziellen Gesichtspunkten behandelt zu werden».

Vertretbarer Eingriff?

Edith Wohlfender stellte klar, dass die Gesellschaft schon heute in viele Lebensbereiche und in die Gesundheit der Menschen eingreife. «Das ist nichts Neues. So gesehen ist ein Eingriff in diesem frühen Lebensstadium für mich vertretbar.» Im gleichen Atemzug schränkte sie aber ein: «Sobald der Fötus wächst, hätte ich mehr Hemmungen, dazu Ja zu sagen; wie auch zu einem Schwangerschaftsabbruch.» Für Häberlin steht als Mediziner bei einem Ja zur Vorlage ein anderer Aspekt als die Präimplantationsdiagnostik im Vordergrund, nämlich ein verbesserte Situation bei der «Frühgeburtlichkeit»: «Zwillinge und Drillinge führen häufig zu Frühgeburten; ein möglicher <Singletransfer> würde vieles sicherer machen.»

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