«Die Fischinger ticken ähnlich wie die Fischinger»

In einer Serie stellen wir Orte aus aller Welt vor, die wie Ortschaften im Thurgau heissen. Der 56jährige Axel Moick amtet seit fünf Jahren als Bürgermeister im deutschen Fischingen nahe der Schweizer Grenze zu Basel. Nebst vielen Weinreben pflegen die Fischinger den Kontakt in den Thurgau.

Samuel Koch
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Axel Moick Bürgermeister von Fischingen (Bild: pd)

Axel Moick Bürgermeister von Fischingen (Bild: pd)

Herr Moick, wussten Sie, dass es ein Schweizer Fischingen gibt?

Axel Moick: Ja. Mit Fischingen verbindet uns eine lange Freundschaft. Im Gegensatz dazu ist der Kontakt mit Fischingen am Neckar eingeschlafen.

Wie sieht diese Freundschaft aus?

Moick: Wir besuchen uns seit Jahren. Zwar bin ich erst seit 2010 Bürgermeister und kenne die Fischinger noch nicht so gut. Aber letzten Juni waren wir mit unserer Feuerwehr im Thurgau.

Wie war das Treffen?

Moick: Uns empfing Gemeindepräsident Willy Nägeli und der Feuerwehr-Kommandant Norbert Meile. Nachdem wir das Feuerwehrdepot besichtigt hatten, nahmen wir im Kloster das Mittagessen ein. Leider regnete es und wir konnten nicht auf dem Pilgerweg wandern.

Wie ist das Verhältnis zwischen den beiden Fischingen?

Moick: Wir pflegen ein sehr entspanntes und freundschaftliches Verhältnis. Es ergaben sich sogar richtige Freundschaften.

Wie ist die Mentalität der Fischinger in Baden?

Moick: Wir sind sehr offen. Ich denke, dass die Fischinger in der Schweiz ähnlich ticken wie wir, obwohl dort durch das Kloster und den Pilgerweg sicher mehr Touristen zugegen sind.

Wie ist die Beziehung zu den grenznahen Schweizern?

Moick: Wir liegen nur 8 Kilometer von der Grenze entfernt, und deshalb sind uns die Schweizer überhaupt nicht fremd. Sie laufen uns quasi jeden Tag über den Weg und kommen in unseren Geschäften einkaufen. Wir sehen die Schweiz nicht als Ausland, sondern sie gehört zu uns.

Was zeichnet Fischingen aus?

Moick: Wir liegen an der Grenze zum Schwarzwald und sind ein richtiger Weinort. Wir leben von der Landwirtschaft und mehr als zwei Drittel davon sind Reben.

Was bietet Fischingen seinen Bewohnern?

Moick: Nebst gutem Wein zählt hier das Vereinsleben. Der Männerchor, das Akkordeonorchester und der Sportverein etwa. Zudem haben wir eine Halle für diverse Veranstaltungen.

Und sonst?

Moick: Interessant ist das Restaurant «Fünfschilling», das über die Landesgrenzen bekannt ist.

Fischingen lag im Kriegsgebiet des Zweiten Weltkrieges.

Moick: Stimmt, in Fischingen hat definitiv Krieg stattgefunden. Das zeigen alte Schützengräben. Aber Fischingen wurde grösstenteils verschont und hatte Glück.