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Die Eschenzer geben den Weg vor

Ins Gemeindehaus von Eschenz werden keine neuen Fenster eingebaut. Den Kredit haben die Stimmbürger an der Gemeindeversammlung gebodigt. Das war nicht das einzige Geschäft, bei dem das Volk der Behörde nicht folgte.
Gudrun Enders
Der Parkplatz des Anstosses: Kritiker beanstanden unter anderem, dass die Platanen gefällt und die Parkbuchten zu eng angeordnet wurden. (Bild: Gudrun Enders)

Der Parkplatz des Anstosses: Kritiker beanstanden unter anderem, dass die Platanen gefällt und die Parkbuchten zu eng angeordnet wurden. (Bild: Gudrun Enders)

ESCHENZ. Die Eschenzer wollen weiterhin in der Zeitung lesen, wenn ein Baugesuch aufliegt. Das wurde an der Gemeindeversammlung am Mittwochabend deutlich. 182 von insgesamt 1152 Stimmberechtigten kamen in die Turnhalle. Während Rechnung und Budget problemlos gutgeheissen wurden, hakte es an anderer Stelle. Bei zwei Anträgen vertraten die Stimmbürger eine andere Meinung als der Gemeinderat. Doch von vorne.

Im August vergangenen Jahres beschloss der Gemeinderat von Eschenz, dass es künftig ausreicht, die Baugesuche in Internet und im Anschlagkasten zu veröffentlichen, wie das auch etliche Gemeinden in der Region handhaben. Davor war der «Bote von Untersee und Rhein» das öffentliche Publikationsorgan von Eschenz.

Auflagen gehören in die Zeitung

Der 71jährige Alois Bach war mit der Entscheidung des Gemeinderats nicht zufrieden und stellte einen schriftlichen Antrag, an der Gemeindeversammlung abzustimmen. Bach stellte seine Beweggründe am Mittwochabend vor: Der Gemeinderat habe die Entscheidung am 24. August getroffen, just nach der Auflage eines Bauprojekts des Kieswerks. Das Projekt löste damals einen Sturm der Entrüstung aus und wurde zurückgezogen. Nun fürchtet Bach, dass die Eschenzer von solchen Auflagen nicht mehr rechtzeitig erfahren.

«Solche Projekte wie beim Kieswerk werden immer im Amtsblatt und im <Boten> veröffentlicht», sagte Gemeindepräsident Claus Ullmann. Das versprach auch der von seiner langen Krankheit zurückgekehrte Gemeindeschreiber Thomas Fleischmann. Der Gemeinderat hatte bei seiner Entscheidung für eine Publikation allein im Internet und Anschlagkasten das neue Baugesetz im Auge. «Dann müssen wir alles ausschreiben, auch das Gartenhaus.» Das mache die Ausschreibung fast so teuer wie das Gartenhaus selbst. Der Antrag eines Votanten, das Geschäft geheim abzustimmen, fand mit 7 Ja-Stimmen nur geringes Echo. Dagegen wurde der Antrag von Alois Bach mit 96 Ja-Stimmen knapp angenommen.

Keine neuen Fenster

Auch der Kredit für die energetische Sanierung des Gemeindehauses fiel durch. Für fast 240 000 Franken sollten neue Fenster und Brüstungen eingebaut werden. Sie wurden als Schwachpunkt identifiziert, der im Sommer zu einer starken Aufheizung der Dachwohnung führt. Sie sollte im Zuge der Renovation zudem einen Balkon erhalten. Karin Buri sprach aus, was danach auch die Mehrheit entschied. Neue Fenster seien bei einem 20 Jahre alten Gebäude nicht nötig. Der Gemeinderat nahm's gelassen: «Damit können wir leben.»

Der Einbürgerung von Amir Alimi wurde mit 135 Ja- und 41 Nein-Stimmen stattgegeben, und drei Jungbürger fanden noch Aufnahme ins Bürgerrecht.

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