Die Erholung erhält mehr Raum

Der neue Zonenplan sieht zwischen den Gleisen im Gebiet Dorfwis eine Freizeitzone vor. Was genau gebaut wird, bestimmen auch die Einwohner.

Simon Dudle
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Eigentlich ist Ortsplanung eine trockene Materie. Und Rickenbach bekannt für eine eher tiefe Stimmbeteiligung an Versammlungen. Doch an einer Infoveranstaltung zu dieser Thematik mussten am Montagabend zusätzliche Stühle in den Singsaal des Thurlinden-Schulhauses getragen werden.

Präsentiert wurde der neue Zonenplan, der wie in allen Thurgauer Gemeinden revidiert werden muss. Auch wenn die ganz grossen Veränderungen in der Gemeinde ausbleiben werden, so sind doch einige Anpassungen vorgesehen.

Ein Novum im Dorf

Im Gebiet Dorfwis, zwischen den Gleisen der SBB-Strecke nach St. Gallen und der Thurbo-Linie ins Toggenburg, soll eine Hektare Land eingezont werden. Zwei weitere Hektaren verbleiben in der Landwirtschaftszone. Es ist vorgesehen, eine Erholungs- und Freizeitzone zu errichten – ein Novum im Dorf.

Vorstellbar sind zum Beispiel ein Skaterpark, ein Beachvolleyball-Feld, eine Finnenbahn oder ein Begegnungsraum. Was genau gemacht wird, steht noch nicht fest. «Es wird einen Mitwirkungsprozess geben. Die Öffentlichkeit kann also mitbestimmen», sagt Gemeindepräsident Ivan Knobel. Die Umsetzung erfolgt wohl erst in fünf bis zehn Jahren.

Auch andernorts wird sich das Dorf verändern. Zum Beispiel im Zentrum. Dort hat der Gemeinderat vergangenes Jahr eine sogenannte Planungszone erlassen. Es handelt sich um ein Instrument, um Bauten vorübergehend zu verhindern und sich alle Möglichkeiten für die Zukunft offen zu lassen. Aus der neuen Dorfplanung lässt sich herauslesen, dass jenes Gebiet mit zwei- und dreistöckigen Gebäuden überbaut werden könnte. Es ist also eine sogenannte Aufzonung vorgesehen.

Der Hof und das Wohnhaus eines Landwirts, der die Gemeinde mittlerweile verlassen hat, könnten somit abgerissen werden. Das Gebiet wird mit einer Gestaltungsplanpflicht belegt. «Diese Fläche in bester Lage ist heute untergenutzt. Dem Gemeinderat ist nicht egal, was dort passiert. Was genau mit diesem Stück Land geschieht, ist noch völlig offen», sagt Gemeindepräsident Knobel.

Neubau der Mühle schon 2017 oder 2018 aktuell

Bis die neue Ortsplanung in Kraft tritt, wird das Jahr 2018 ins Land ziehen (siehe Zweittext links). Schon bedeutend weiter fortgeschritten ist hingegen jenes Projekt, welches wohl die markanteste Veränderung des Dorfbildes darstellen wird: der Neubau der Rickenbacher Mühle. Knobel geht davon aus, dass nächstes oder übernächstes Jahr das Bauprojekt fertig ausgearbeitet ist und öffentlich aufgelegt werden kann.

Details zur Revision der Ortsplanung finden sich online unter www.rickenbach-tg.ch