Die Enkelin gab den Anstoss

Erst als Rentner studierte der Aadorfer Karl Hostettler Philosophie und Psychologie. Heute abend stellt er in der Bibliothek sein erstes Buch vor – eine 150seitige Auseinandersetzung mit den grundsätzlichen Fragen.

Kurt Lichtensteiger
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Autor Karl Hostettler hält seinen Erstling in Händen. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

Autor Karl Hostettler hält seinen Erstling in Händen. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

AADORF. Der 75jährige Aadorfer Karl Hostettler ist eine spannende Persönlichkeit. Nach seinem ETH-Abschluss arbeitete er während 32 Jahren in der FAT Tänikon, heute Agroscope. Dort beschäftigte er sich überwiegend mit der Buchhaltungsstatistik zum Einkommen in der Landwirtschaft.

In seinen jugendlichen Sturm-und-Drang-Jahren hatte er sich nicht vorgestellt, später in der Forschung tätig zu sein. Viel lieber hätte er den Welthunger bekämpft. Die Gelegenheit zur Auseinandersetzung mit der ungleichen Verteilung von Nahrungsmitteln auf dieser Welt kam dennoch. Seine berufliche Tätigkeit führte ihn ins Ausland, so für zwei Jahre nach Brasilien und für drei Jahre nach Borneo, wo er der indonesischen Urbevölkerung als landwirtschaftlicher Berater diente.

Horizont geöffnet

«Berufstätigkeit und Reisen haben mir den Horizont geöffnet. Doch ich wollte mich noch tiefer mit den Fragen nach dem Sinn des Lebens auseinander- setzen», sagt er. «Deshalb liess ich mich mit 60 Jahren pensionieren, um das Studium der Philosophie und Psychologie an der Universität Zürich aufzunehmen. Dieses schloss ich nach zehn Semestern ab.»

In der Hand hält der Aadorfer ein Buch mit dem Titel «Die Abstraktion der Yael Meier», das er in der Bibliothek einer geneigten Leserschaft vorstellen möchte. Yael ist in Tat und Wahrheit seine Enkelin, die ihm in einer spielerischen Handlung die Augen für entscheidende erkenntnistheoretische Einsichten geöffnet hat. Die Anlehnung zu «Sofies Welt», dem Erfolgsroman über die Geschichte der Philosophie, mag naheliegend sein. Doch damit hat es sich. Parallelen sind nur in den Anfängen erkennbar. Danach schlägt der Aadorfer Autor eine andere Richtung ein.

Vernissage um 19.30 Uhr

Seinen Erstling stellt Hostettler heute abend in der Aadorfer Bibliothek um 19.30 Uhr vor. Nach einer Begrüssung durch Renate Flückiger genügt dem Autor eine halbe Stunde, um über Entstehung und Inhalt seines Werks Auskunft zu geben. Vielleicht entwickelt sich daraus gar eine spannende Runde mit Meinungen und Fragen zu seinem Buch. Zum Schluss sind alle Literaturfreunde zu einem Apéro eingeladen.

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