Die Energiewende interessiert kaum

Wilen führte erstmals eine Woche der Begegnung durch. Über 2000 Personen nahmen am vielfältigen Programm teil. Gemeindepräsident Kurt Enderli zieht ein positives Fazit. Einzig an den ernsteren Themen hätte er sich mehr Interesse gewünscht.

Christoph Heer
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Wilener Schüler zeigen ihre eigens für die Begegnungswoche einstudierte Choreographie. (Bild: Christoph Heer)

Wilener Schüler zeigen ihre eigens für die Begegnungswoche einstudierte Choreographie. (Bild: Christoph Heer)

WILEN. Ursprünglich stammt die Idee einer Woche der Begegnung aus dem österreichischen Steinbach. Der dortige Ex-Bürgermeister Karl Sieghartsleitner rief diese spezielle Art der Begegnungswoche ins Leben. 2009 erarbeitete die Politische Gemeinde Wilen in Zusammenarbeit mit den Schulen und den Kirchen ein Dorfleitbild. Darin enthalten ist auch eine Begegnungswoche. Kurz darauf bildete sich ein Organisationskomitee mit Markus Lohner, Walter Lingenhöle, Roger Frei, Christoph Götsch, Claudia Burkhalter und Kurt Enderli.

Letzte Woche war es nun so weit: Rund um das Ägelseegebiet – in Zelten, aber auch im Freien und in der Turnhalle – begegneten sich Jung und Alt, Einheimische und Auswärtige. Gemeindepräsident Kurt Enderli betont, dass die Vorbereitung ein kleiner Husarenritt gewesen sei. «Wir mussten zuerst die Zuständigen von Kirche, Schule und Gemeinde von unserer Vision überzeugen. Auch die Lehrpersonen mussten mit ins Boot geholt werden, denn das Zurverfügungstellen einer ganzen Woche Schulzeit musste abgesegnet werden.» Die Gesamtkosten der Begegnungswoche belaufen sich auf etwa 80 000 Franken, von denen Sponsoren über die Hälfte übernehmen.

Eine Erfolgsgeschichte

Insgesamt wirkten rund 80 Helfende mit und sorgten für einen reibungslosen Ablauf. 50 Lehrpersonen, Künstler, Eltern und weitere Beteiligte steckten ihr Herzblut und Engagement ins Projekt. Das ist zugleich auch das, was Enderli herausstreichen will. «Mit jeder Stunde wuchs bei jedem einzelnen die Freude, der Enthusiasmus und die Begeisterung. Aber auch die Vielseitigkeit der durch Schüler vorgeführten Projekte liess keine Wünsche offen. Als Enderlis Höhepunkte gelten sicher die Sportlerehrung (unsere Zeitung berichtete), das Musical und «die kulinarischen Höhenflüge». Stolz erzählt der Gemeindepräsident auch von den vielen positiven Briefen, Karten und E-Mails, welche er erhalten hat.

Täglich über 300 Besucher

Da auch Petrus zur vollsten Zufriedenheit aller mitgespielt hat, scheint der Anlass perfekt über die Bühne gegangen zu sein. Doch Enderli schränkt ein, dass man sich zu einzelnen Vorträgen wie etwa dem über die Energiewende oder zur Energiezukunft von Wilen mehr Besuchende gewünscht hatte. «Aber mit täglich über 300 Besuchenden, am Freitag gar gut 500, sind wir zufrieden.» Ob es eine zweite Durchführung geben wird, lassen die Organisatoren gegenwärtig offen.