Die echten Prüfsteine kommen erst

Hundert Tage. So viel Schonfrist geniessen neugewählte Regierungsmitglieder in der Regel. Das hatte sich einst US-Präsident Franklin D. Roosevelt ausbedungen.

Stefan Hilzinger
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Hundert Tage. So viel Schonfrist geniessen neugewählte Regierungsmitglieder in der Regel. Das hatte sich einst US-Präsident Franklin D. Roosevelt ausbedungen. Anders Stokholm hat die Frist nicht nur genossen, sondern er hat sich in den ersten gut drei Monaten als Frauenfelder Stadtpräsident mit Menschen und Materie vertraut gemacht. Seine Quartalsbilanz hinterlässt einen professionell sachlichen Eindruck mit einem Schuss Enthusiasmus gewürzt.

Es ist auch durchaus in Ordnung, wenn Stokholm sagt, dass es länger als hundert Tage dauere, um sich wirklich in sein Amt einzuarbeiten. Alles in allem fällt die Rückschau nicht anders aus, als sie nach der kurzen Frist zu erwarten war.

Doch die Schonfrist läuft nun langsam, aber sicher aus. Den guten Worten müssen nun die versprochenen Taten folgen. Im Oktober will der Stadtrat seine Ziele für die neue Legislatur vorstellen. Darauf darf man gespannt sein.

Noch viel bedeutsamer und von direkter Wirkung auf die Bevölkerung wird aber das Mobilitätskonzept sein, das Stokholm für den November angekündigt hat. Das Konzept wird nicht nur inhaltlich ein erster Prüfstein werden für Stokholm. Hier wird sich auch zeigen, wie der Stadtpräsident mit Kritik umzugehen weiss. Denn es wird garantiert da und dort Widerstand geben.

Die Steuern sollen nicht steigen, sagte Stokholm im Wahlkampf. An dieses Versprechen wird er spätestens im Dezember erinnert, wenn der Gemeinderat das Budget 2016 berät. Dann ist wirklich Ende Schonfrist.

stefan.hilzinger@thurgauerzeitung.ch