Die Diebereien im Hause Beerli sind geklärt

MAMMERN. In der Nacht vom Donnerstag auf Freitag wurde im Hause des Herrn Eugen Beerli ein Diebstahl ausgeführt. Der Täter scheint durch den Keller eingedrungen und in die Parterreräume gestiegen zu sein.

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MAMMERN. In der Nacht vom Donnerstag auf Freitag wurde im Hause des Herrn Eugen Beerli ein Diebstahl ausgeführt. Der Täter scheint durch den Keller eingedrungen und in die Parterreräume gestiegen zu sein. Hier war er sehr gut orientiert; denn auf dem Sekretär in der Stube fand er den Schlüssel zu diesem und nahm daraus das vorhandene Bargeld zu sich. Ebenso öffnete er den Schreibpult und entwendete, was an Geld vorhanden war. Der Schlüssel befand sich in der Tasche eines Rockes, welcher an der Wand hing. Dann wurde auch noch der Tuchladen von Frl. Marie Beerli besucht. Die Ladenkasse, die viele Nickelmünzen und deutsches Geld enthalten hatte, war am Morgen ebenfalls geleert; zudem fehlten diverse Schmucksachen und eine grosse Partie Bettücher, Hemden, Stoffe usw. Im ganzen dürfte die gemachte Beute einen Wert von rund 1000 Franken haben. Die Polizei hat bereits eine Persönlichkeit, die schon wiederholt wegen Diebstahls vorbestraft und gegenwärtig arbeitslos ist, als vermutlichen Täter verhaftet.

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MAMMERN. Den eifrigen Nachforschungen der Polizei ist es gelungen, im Diebstahlsfall Beerli den Täter ausfindig zu machen. Zwar musste der zuerst Verhaftete wieder auf freien Fuss gesetzt werden, weil er sein Alibi für die betreffende Nacht nachweisen konnte. Nun wurde in Schaffhausen ein gewisser Panwiler von Tägerwilen als der Tat verdächtig aufgegriffen. Eine Hausuntersuchung bei seiner Braut in Stammheim bestätigte die Vermutung, indem dort die gestohlenen Waren beinahe alle sich vorfanden. Vom Geld fand sich nur noch ein kleiner Betrag vor; das übrige wird zur Anschaffung von Mobiliar verwendet worden sein. Am Montag hätte die Verehelichung des Paares stattfinden sollen; das Fest wird nun wohl einigen Aufschub erleiden.

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MAMMERN. Zum Fall Diebstahl bei Beerlis in Mammern liegen neue Erkenntnisse vor: Der Tatverdächtige Panwiler, dessen Eltern in Bischofszell wohnen, hat Verwandtschaftsbeziehungen zu einem Bauernhaus in Oberstammheim. Er mietete sich mit einer Frauensperson und einem kleinen Kinde im genannten Hause ein. Jeweilen am Samstag kam er dorthin. Im Dorf glaubte man, das junge Paar sei verheiratet. Das trifft indessen nicht zu. Die Frau stammt angeblich aus Rheinfelden. Panwiler war vor Jahren in Mammern. Beim Weggehen des Diebes schien es, als ob die Gestalt desselben ihm ähnlich sei. Dieser Umstand führte auf die richtige Fährte. Nachdem er als Einbrecher zum Vorschein gekommen, frägt man sich hier, ob er vielleicht auch die bekannten Einbrüche auf dem Kerbholz habe, die im Laufe des Jahres in Stammheim begangen wurden. Mit dem Gelde ging Panwiler verschwenderisch um.