Die Beamten müssen zügeln

FRAUENFELD. Der Kanton Thurgau organisiert die Friedensrichter- und Betreibungsämter sowie die Grundbuchämter und Notariate neu. Damit sollen knapp 2 Millionen Franken gespart werden. Entlassungen sind keine vorgesehen.

Michèle Vaterlaus
Drucken
Teilen
Die Ämter werden zentralisiert: Künftig betreibt der Thurgau nur noch fünf Friedensrichter- und Betreibungsämter sowie fünf Grundbuchämter und Notariate. Wo der Weg zu den Hauptämtern mit dem Privatfahrzeug länger als 20 Minuten dauern würde, werden zudem Aussenstellen eingerichtet. Das betrifft die Bezirke Frauenfeld und Weinfelden. (Bild: sgt, Quelle: Kanton Thurgau)

Die Ämter werden zentralisiert: Künftig betreibt der Thurgau nur noch fünf Friedensrichter- und Betreibungsämter sowie fünf Grundbuchämter und Notariate. Wo der Weg zu den Hauptämtern mit dem Privatfahrzeug länger als 20 Minuten dauern würde, werden zudem Aussenstellen eingerichtet. Das betrifft die Bezirke Frauenfeld und Weinfelden. (Bild: sgt, Quelle: Kanton Thurgau)

Der Thurgau reorganisiert seine Ämter. Die Zahl der Friedensrichter- und Betreibungsämter sowie der Grundbuchämter und Notariate wird von 18 beziehungsweise 20 auf jeweils fünf reduziert. Das hat der Regierungsrat gestern mitgeteilt. Die Reduktion der Ämter wurde vom Grossen Rat im Rahmen der Leistungsüberprüfung beschlossen. Betroffen von den Massnahmen sind insgesamt 157 Vollzeitstellen. «Entlassungen gibt es aber voraussichtlich keine», sagt Stephan Felber, Generalsekretär des zuständigen Departements für Justiz und Sicherheit. Er rechnet damit, dass ein allfälliger Personalabbau, der durch Synergien dennoch anfallen könnte, mit der üblichen Fluktuation und Pensionierungen aufgefangen werden könne.

Es braucht weniger Chefs

Werden die Ämter von 18 beziehungsweise 20 auf jeweils fünf reduziert, wird es neben weniger Büroräumen auch weniger Chefs brauchen. «Mit der Zeit sind daher Lohnrückstufungen ein Thema», sagt Felber. Doch man sei diesbezüglich mit den Personalverbänden in Kontakt. Zudem seien bestimmte Übergangsfristen vorgesehen und es gebe eine Besitzstandsgarantie, das heisst, der Lohn bleibt für einen gewissen Zeitraum der gleiche. «Es wird aber sicher nicht die grosse Lohnsense angesetzt. Wir haben das sozialverträglich organisiert und genaue Vorstellungen von der Umsetzung.» Auf Details will Felber zum heutigen Zeitpunkt nicht eingehen. Detailliert geklärt ist auch noch nicht, wo genau die Ämter untergebracht sein werden. «Wir können keine Adressen nennen. Aber wir werden versuchen, die bestehenden Standorte weiterhin zu nutzen.»

Ein gescheiterter Versuch

Thomas Huber, Präsident des Verbands Thurgauer Friedensrichter und Betreibungsbeamter, zeigte sich vor einem Jahr schockiert über die Sparpläne des Kantons. Heute nimmt er die Änderungen nüchtern zur Kenntnis. «Wir haben versucht, es zu verhindern, doch es hat nichts genützt.» Deshalb müsse man den Entscheid akzeptieren. «In der Privatwirtschaft muss man schliesslich auch neu organisieren, um zu überleben. Der Regierungsrat hat nun mal den Auftrag, insgesamt 48 Millionen Franken einzusparen. Wir müssen nun schauen, wie wir das Beste daraus machen.» Gelassen sieht es auch Michael Lerch, Präsident des Thurgauischen Grundbuchverwalter- und Notarenverbands. «Die Hiobsbotschaft hatten wir vor einem Jahr. Nun war die Information eine beruhigende.» Ein Jahr lang habe man nämlich spekuliert, wie die Reorganisation unter den Vorzeichen der Kosteneinsparungen aussehen werde. «Nun sind wir froh, dass keine Mitarbeiter auf die Strasse gestellt werden.» Anfang Juni finde eine ausserordentliche Mitgliederversammlung statt. Bei dieser Gelegenheit erfolge die Meinungsbildung zu den Informationen.

Knapp 2 Millionen sparen

Der Kanton will mit der Reorganisation 1,98 Millionen einsparen. So sei es im Rahmen der Botschaft geplant, sagt Felber. «Aber das sind jeweils nur Momentaufnahmen.»