Die Anlaufstelle ist angelaufen

Ältere Menschen und deren Angehörige können sich an die neue Anlaufstelle für Alters- und Generationenfragen im Rathaus wenden. Das ist eine von drei Massnahmen, die im Rahmen des Alterskonzepts dieses Jahr umgesetzt wurden.

Markus Zahnd
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Verena Rieser-Santo leitet die neue Anlaufstelle für Alters- und Generationenfragen. Mit Stadträtin Elsbeth Aepli stellt sie die Stelle vor, die im Erdgeschoss des Rathauses untergebracht ist. (Bild: Markus Zahnd)

Verena Rieser-Santo leitet die neue Anlaufstelle für Alters- und Generationenfragen. Mit Stadträtin Elsbeth Aepli stellt sie die Stelle vor, die im Erdgeschoss des Rathauses untergebracht ist. (Bild: Markus Zahnd)

FRAUENFELD. Jeder sechste Einwohner Frauenfelds ist über 65jährig. Für sie und ihre Angehörigen gibt es ein neues Alterskonzept, der Stadtrat hat dieses an seiner Sitzung vom 3. Dezember genehmigt. Im Konzept – es trägt den Titel «Zufrieden älter werden in Frauenfeld» – sind in 20 Handlungsfeldern Massnahmen definiert. «Diese können natürlich nicht alle sofort umgesetzt werden, es geht um einen Zeitraum von zehn bis fünfzehn Jahren», sagt die zuständige Stadträtin Elsbeth Aepli.

Fürs laufende Jahr wurden daher drei Schwerpunkte gesetzt: Erstens «Älter werden im Quartier», das mit der Kurzdorfer Bevölkerung realisiert wird. Zweitens wurde die Website www.altersfreundliches-frauenfeld.ch eingerichtet, dort finden sich Informationen rund ums Älterwerden. Und drittens gibt es seit dem 1. Juni im Rathaus eine Anlaufstelle für Alters- und Generationenfragen. «Bereits im Alterskonzept 2003 wurde eine solche Stelle empfohlen. Umgesetzt wurde sie nie», sagt Aepli.

Drehscheibe für Ältere

Geleitet wird die Anlaufstelle, die sich im Rathaus gleich beim Eingang befindet, von Verena Rieser-Santo. Sie ist unter anderem Mitglied der Betriebskommission des Pflegezentrums Stadtgarten sowie Bürgerrätin von Frauenfeld und setzte sich gegen über 20 Mitbewerber aus der ganzen Schweiz durch. Angestellt ist sie in einem 60-Prozent-Pensum. Rieser-Sento freut sich auf die Aufgabe. Und auch die ersten Erfahrungen seien positiv. «Viele Frauenfelder setzen sich für ältere Menschen ein», zieht sie ein erstes Fazit.

Die Anlaufstelle ist als Drehscheibe gedacht. Ältere Menschen oder deren Angehörige können sich mit Fragen aller Art an Rieser-Sento wenden. Dass es eine gewisse Hemmschwelle gibt, um Rat zu fragen oder Hilfe anzunehmen, ist sie sich bewusst: «Es braucht immer einen ersten Schritt – und die Anlaufstelle kann dieser erste Schritt sein.» Sie sieht die Anlaufstelle aber auch als Schnittstelle zum Dachverband für Freiwilligenarbeit, praktischerweise ist dieser im gleichen Büro untergebracht.

Kontakt mit anderen Städten

Die Schaffung einer solchen Stelle ist keine Frauenfelder Erfindung, in zahlreichen mittelgrossen Schweizer Städten gibt es das schon. «Wir stehen mit Städten wie Wil oder Schaffhausen in Kontakt und tauschen uns aus. So können wir umsetzen, was sich andernorts bewährt hat– zusammen mit der Bevölkerung», sagt Aepli. In der ersten Phase gehe es auch darum, herauszufinden, ob das Angebot überhaupt genutzt wird.

Vorerst ist die Stelle ohnehin bis Ende Jahr befristet. Über die Weiterführung entscheidet der Gemeinderat. An der Budgetsitzung im Dezember hatte das Parlament bereits einen Teil der Ausgaben für die Umsetzung des Alterskonzepts gekürzt. Statt der vom Stadtrat beantragten 100 000 Franken stehen im laufenden Jahr 70 000 Franken zur Verfügung, die Abstimmung zu- gunsten des Kürzungsantrags von Stefan Leuthold (GLP) endete mit 19 zu 18 Stimmen. Aepli ist aber zuversichtlich, dass der Gemeinderat das Geld für die Stelle sprechen wird. Schliesslich geht es um einen Sechstel der Frauenfelder Bevölkerung.

Die Anlaufstelle für Alters- und Generationenfragen im Rathaus ist am Dienstag bis Donnerstag von 8.30 bis 11.30 Uhr geöffnet. An diesen Nachmittagen ist die Stelle telefonisch erreichbar.