Die Angst vor einer Borkenkäferplage

2016 könnte für den Frauenfelder Wald ein kritisches Jahr werden. Denn die klimatischen Bedingungen lassen in Sachen Borkenkäfer Böses erahnen. Das wurde an der gestrigen Bechtelisversammlung der Bürgergemeinde Frauenfeld bekannt.

Christof Lampart
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Bürgerpräsident Titus Moser an der gestrigen Versammlung. (Bild: Christof Lampart)

Bürgerpräsident Titus Moser an der gestrigen Versammlung. (Bild: Christof Lampart)

FRAUENFELD. Im vergangenen Jahr habe sich das Ausmass des Borkenkäferbefalls noch in Grenzen gehalten. Das stellte Bruno Diethelm, Forstkommissionspräsident der Frauenfelder Bürgergemeinde, fest. Aber der bis dato milde Winter «lässt nichts Gutes ahnen», mutmasste Diethelm. Diese Einschätzung gab er gestern an der Bechtelisgemeinde im Rathaus ab. 186 Frauenfelder Bürger waren der Einladung gefolgt.

Viele kaufen Billigholz

«Katastrophal» sei die Lage sogar bei den Eschen, wo die Eschenwelke – ein vor rund zehn Jahren aus dem Fernen Osten eingeschleppter Pilz – unvermindert wüte. Das sei umso tragischer, als man in den vergangenen Jahren in den Jungwald-beständen zum Teil auch «auf die Esche gesetzt» habe. Durch den Pilz habe die Bürgergemeinde «teilweise einen flächigen Ausfall» hinnehmen müssen, sagte Diethelm. Hart getroffen habe die Waldbesitzer und Sägereien im 2015 auch die Aufhebung des Euromindestkurses. Zum einen seien die Preise um 15 bis 20 Prozent eingebrochen, und zum anderen könne man kaum mehr eigenes Holz exportieren. Im Gegenteil: «Viele beziehen nun günstiges Holz aus dem Ausland». Vergangenes Jahr wurden beim Nutzholz 129 Kubikmeter Laub- und 951 Kubikmeter Nadelholz aus dem Wald der Bürgergemeinde sowie 1044 Kubikmeter Brennholz gefördert. Insgesamt wurden 4000 Bäume – vor allem Rottanne – gepflanzt, «damit auch spätere Generationen genug Holz haben», erklärte Diethelm. Gut lief auch der Weihnachtsbaumverkauf. Damit dieser auch in Zukunft gewährleistet ist, wurden im Schollenholz 500 Fichten und Weisstannen sowie 500 Nordmanntannen gesetzt.

Weiter orientierte Bürgerpräsident Titus Moser über die Erweiterung des Alters- und Pflegeheims Stadtgarten. Bis jetzt habe man sowohl das Terminprogramm als auch die Kosten einhalten können. Moser wies darauf hin, dass die Bürgergemeinde stolz darauf sei, dass sie praktisch alle Arbeiten an einheimische Unternehmen vergeben konnte, denn «wir sind der festen Überzeugung, dass solche Investitionen, die vor Ort getätigt werden, nachhaltig sind. Sie fliessen nämlich über Steuererträge der hier lebenden Arbeitnehmer zurück an Kanton und Stadt».

Ernés Rücktritt angesagt

Begrüsst wurden Hanspeter und Esther Vetsch. Die beiden hatten ein Aufnahmegesuch in die Bürgergemeinde Frauenfeld gestellt. Zufrieden war Moser mit der Entwicklung der «Bürgerstube». Diese habe sich im vergangenen halben Jahr unter der neuen Gerantin Moni Meile gut gemacht.

Zudem gab Moser den Rücktritt von Vico Erné aus dem Verwaltungsrat auf die nächste Jahresversammlung hin bekannt. Erné gehört dem Verwaltungsrat seit 1995 an. Ernés Nachfolger wird auf die nächste Jahresversammlung vorgeschlagen.

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