Die Angriffe bleiben dezent

Nach dem ersten Podium bleibt der Wahlkampf um das Aadorfer Gemeindepräsidium weiterhin offen. Sowohl Vizegemeindeammann Roman Engeler als auch sein Herausforderer Matthias Küng können punkten.

Olaf Kühne
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GUNTERSHAUSEN. Blamiert hat sich keiner von beiden. Roman Engeler (SVP) und Matthias Küng (parteilos), die zwei Kandidaten für das Aadorfer Gemeindepräsidium, traten am Mittwochabend erstmals in einem öffentlichen Podium gegeneinander an.

Wobei sich das «gegeneinander» auf einige dezent plazierte Spitzen beschränkte. So verstand es Engeler gekonnt, in seine Vorstellung die «Defizite» seines Kontrahenten zu verpacken. Er sei seit zwölf Jahren Gemeinderat und genauso lange Sozialvorsteher, betonte er. Seit 24 Jahren präsidiere er die Bürgergemeinde, seit vier Jahren sei er Vizegemeindeammann. Mit seiner Familie lebe er gar in seinem Ettenhauser Geburtshaus.

Küng, der erst seit fünf Jahren in der Gemeinde lebt, blieb nur, auf seine beruflichen Qualifikationen zu verweisen: seit 20 Jahren auf diversen Gemeindeverwaltungen tätig. Zudem komme mit ihm frischer Wind in die Behörde, er könne das Amt des Gemeindepräsidenten völlig unbelastet antreten. Denselben Pfeil schoss Engeler auf die Frage, wie es ein Gemeindepräsident schaffe, bürgernah zu wirken. Er müsse in einem Verein und in einer Partei vernetzt sein, antwortete der SVPler, der seit 37 Jahren in der Musikgesellschaft Aadorf spielt. Der partei- und vereinslose Küng beliess es beim Allgemeinplatz «transparent und offen kommunizieren».

Wer bezahlt die Bahnstation?

In vielen Fragen herrschte indes Einigkeit. Zum Thema Fluglärm sagten beide Kandidaten, dass Aadorf von der Nähe zum Flughafen auch profitiere, man also einen Teil der Last mittragen müsse. Einzig deren Verteilung müsse gerechter sein. An der Unterstützung des Vereins Bürgerprotest Fluglärm Hinterthurgau durch die Gemeinde Aadorf wollen beide festhalten.

Widersprüche blieben auch beim Thema Schulwegsicherheit aus. Da das Podium von der Dorfgemeinschaft Guntershausen ausgerichtet wurde, drehte sich diese Frage um den Schulweg der Guntershauser Sek-Schüler nach Aadorf. Diese Strecke sei durchaus zumutbar und berge keine ausserordentlichen Gefahren, war man sich einig. Seinen Heimvorteil konnte der Guntershauser Küng dann bei der drohenden Schliessung der Bahnstation in seinem Dorf ausspielen. Er betonte, wie wichtig die 88jährige Haltestelle für die Standortattraktivität sei. «Die Gemeinde muss sich für den Neubau einsetzen. Ein Ersatzbus ist keine Alternative.» Engeler konterte mit Dossierkenntnis und Offenheit – und erntete dafür prompt Kritik aus dem Publikum. «Ein Neubau kostet zwischen 18 und 23 Millionen», sagte er. Jemand müsse das bezahlen, die SBB aber sicher nicht.

Anwurf aus der CVP

Für den einzigen Eclat des Abends sorgte schliesslich CVP-Präsident Stephan Pfefferli. Sein Einwurf, ihm sei zugetragen worden, dass sich Engeler immer drücke, wenn es kritisch werde, wurde weder vom Publikum noch vom «Beschuldigten» goutiert. Engelers Bitte um konkrete Beispiele konnte Pfefferli nicht entsprechen. Seine Anmerkung, Engeler sei bei Smartvote zu den Kantonsratswahlen 2012 der am weitesten rechts stehende aller Thurgauer Kandidaten gewesen, blieb hingegen unwidersprochen.