Die alten Strukturen taugten nicht

Die Regio Wil will das Grossprojekt Wil West intensiver vorantreiben und richtet dafür eigens eine neue Geschäftsstelle ein. Deren Leitung übernimmt Regio-Geschäftsführerin Anne Rombach in einem 50-Prozent-Mandat.

Hans Suter
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Anne Rombach wird zusätzlich zur Geschäftsführung der Regio Wil auch jene der neugeschaffenen Stelle «ESP Wil West» übernehmen. (Bild: Hans Suter)

Anne Rombach wird zusätzlich zur Geschäftsführung der Regio Wil auch jene der neugeschaffenen Stelle «ESP Wil West» übernehmen. (Bild: Hans Suter)

Der Entwicklungsschwerpunkt (ESP) Wil West ist das grösste Strukturprojekt des Kantons St. Gallen. Es befindet sich im Westen der Stadt Wil und liegt mehrheitlich auf Landflächen der Gemeinden Münchwilen und Sirnach, die jedoch zu einem grossen Teil dem Kanton St. Gallen gehören.

Im ESP Wil West bündeln die Mitgliedgemeinden der Regio Wil die Ansiedelung von zukunftsträchtigen Arbeitsplätzen. Bis zu 3000 könnten es in den nächsten zwei Jahrzehnten werden. Dazu sind Erschliessungsstrassen, ein Autobahnanschluss, die Verlegung des Bahntrassees der Frauenfeld-Wil-Bahn und eine Verkehrsentlastung der Stadt Wil geplant. Definiert werden viele der Massnahmen im Aggloprogramm der dritten Generation. Dieses muss bis Ende 2016 dem Bund eingereicht werden und wird ab 2019 seine Wirkung entfalten können (siehe Box).

«Wenig klar definiert»

Die Projektorganisation ESP Wil West ist seit dem Start des Vorhabens vor fünf Jahren stetig gewachsen. Aus dem 18 Personen umfassenden Steuerungsausschuss ESP Wil West wurde deshalb angeregt, die Projektorganisation zu vereinfachen. Die durchgeführte Analyse zeigt: Die heutige Projektorganisation hat sich nach dem «Einbindungsprinzip» entwickelt. «Konkret heisst dies, dass projekttangierte Stellen und Personen jeweils direkt in die Organisation eingebunden werden», sagt Regio-Wil-Präsident Christoph Häne. «Das Bild, das sich heute zeigt, ist das Ergebnis einer organisch gewachsenen Organisation, die in der Tendenz wenig zukunftsfähig ist.» Einerseits binde sie viele Ressourcen, anderseits zeige sich eine wenig klare Trennung zwischen der strategischen und operativen Ebene. «Die Kompetenzen und Aufgaben sind nicht ausreichend zugeordnet und die Rollen der beigezogenen Beratungssysteme sind wenig klar definiert», sagt Regio-Wil-Geschäftsführerin Anne Rombach. Das soll sich ändern. Der Steuerungsausschuss hat am Montag wesentliche Veränderungen beschlossen. Mit den drei Projektphasen Planung, Bewilligung und Umsetzung wird sich die Zusammensetzung der Gremien und Arbeitsgruppen ändern. Die heutige Konstellation, worin der Kanton Thurgau den Lead hat und die Region konsultativ einbezogen ist, wird wechseln: Neu übernimmt die Region die Leadfunktion und der Kanton die Konsultativfunktion. Das ist aber nur möglich über eine entsprechende Anpassung des Stellenplans bei der Regio Wil.

Der Steuerungsausschuss hat beschlossen, die Projektorganisation Wil West auf drei Ebenen zu stellen: Politik, Koordination, Operatives. Als politische Ebene wird anstelle des heute 18köpfigen Steuerungsausschusses ein siebenköpfiger Lenkungsausschuss geschaffen. Mitglieder sind die Thurgauer Regierungsrätin Carmen Haag (Leitung), der St. Galler Amtskollege Willi Haag, Flavio Büsser vom St. Galler Finanzdepartement als Vertreter der Grundeigentümerin sowie die Gemeindepräsidenten Kurt Baumann (Sirnach), Guido Grütter (Münchwilen), die Wiler Stadtpräsidentin Susanne Hartmann sowie Regio-Wil-Präsident Christoph Häne. Anne Rombach nimmt als Geschäftsführerin von Regio Wil in diesem Gremium mit beratender Stimme Einsitz.

Projektleitung installiert

Auf der koordinativen Ebene wird eine Projektleitung installiert. Bei dieser liegt künftig die operative Hauptverantwortung für das Gesamtprojekt. Hinzu kommt die Führungsverantwortung bei Teilprojekten. Der Projektleitung gehören folgende Personen an: Christoph Häne (Leitung) und Anne Rombach (Geschäftsführung) seitens der Regio Wil, die Kantons- und Raumplaner Andrea Näf-Clasen und Alexander Biber (Thurgau) sowie Ueli Strauss (St. Gallen), Marco Baumann vom Finanzdepartement des Kantons St. Gallen und der Wiler Stadtplaner René Haefeli.

Geld von Kantonen und Regio

Auf der operativen Ebene wird neu eine Geschäftsführung installiert. Die Geschäftsführung für das Gesamtprojekt ESP Wil West wird von den Kantonen, der Stadt Wil und den Gemeinden in Form einer Leistungsvereinbarung an die Regio Wil übertragen. Dazu wird eine neue Stelle mit einem Pensum von rund 50 Prozent geschaffen.

Als Geschäftsführerin ist Anne Rombach gewählt worden. Sie wird damit künftig die Geschäftsführung der Regio Wil und auch des ESP Wil West innehaben. Im Gegenzug wird sie operativ über eine Teilzeitstelle entlastet. Die Stellenausschreibung ist im Gange. Gesucht wird eine Person mit Erfahrung in der Raumplanung. Finanziert wird die Stelle je zu einem Drittel durch die involvierten Kantone Thurgau und St. Gallen sowie die Regio Wil.

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