Die alte Halle muss warten

Ende Februar hätten die Münchwiler über die Sanierung der Turnhalle Oberhofen entscheiden sollen. Doch nun beugt sich die Schulbehörde dem Druck der Gegner und bläst den Termin ab.

Olaf Kühne
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Thomas Wyser Schulpräsident Münchwilen (Bild: Olaf Kühne)

Thomas Wyser Schulpräsident Münchwilen (Bild: Olaf Kühne)

MÜNCHWILEN. Der Termin war fixiert, das Projekt aufgegleist. Am 28. Februar hätten die Münchwiler Schulbürger an der Urne über einen Fünf-Millionen-Kredit befunden: die Sanierung und Erweiterung der 67jährigen, denkmalgeschützten Turnhalle Oberhofen. Doch daraus wird nun nichts. Am Montagabend entschied die Münchwiler Schulbehörde, die Urnenabstimmung abzusagen, gestern kommunizierte Schulpräsident Thomas Wyser den Entscheid. Damit beugt sich die Behörde dem Resultat einer Konsultativabstimmung im Rahmen der Schulgemeindeversammlung vom 25. November.

Konzept statt Projekt

Ein klare Mehrheit der Stimmbürger hatte sich damals gegen den Urnengang ausgesprochen und war damit einem Antrag der FDP gefolgt, die schon im Vorfeld der Versammlung gleich sämtliche Bauvorhaben der Schulbehörde unter Beschuss genommen hatte. Präsident Roland Aeby und seiner Ortspartei fehlte eine Gesamtsicht über die verschiedenen Projekte. Entsprechend beantragte er an der Versammlung nicht nur die Verschiebung der Turnhallensanierung, sondern auch der weiteren Bauprojekte. So fand auch ein Projektkredit über 170 000 Franken für einen Schulhausneubau in Oberhofen nicht die Gnade der Schulgemeindeversammlung. Der Souverän setzte den gleichen Betrag stattdessen – ebenfalls auf Antrag der FDP – für die Erarbeitung eines Gesamtkonzeptes ein. Einzig die Dringlichkeit der Sanierung des maroden Schulhauses 2 in Oberhofen erkannte die Versammlung. Entgegen dem Willen der FDP genehmigte sie die dafür beantragte halbe Million klar.

Miete kostet 72 000 Franken

Die von der FDP und den Stimmbürgern geforderte Gesamtsicht wird nun nicht nur Geld kosten, sondern auch Zeit. Und die wird zumindest in einer Frage knapp: «Planmässig wäre der Neubau in Oberhofen 2019 fertig geworden», sagt Schulpräsident Wyser. «Im Juli des selben Jahres läuft auch unser Mietvertrag für unsere Kindergärten in der <Strumpfi> aus. Das Timing hätte also gepasst.» Doch nun müsse man eben versuchen, den Mietvertrag zu verlängern, auch wenn dieser 72 000 pro Jahr koste. Dennoch: Von Enttäuschung will Wyser nicht sprechen. «Das war ein demokratischer Entscheid, den gilt es zu respektieren.»

Wyser will denn auch das von der FDP beantragte «umfassende Gesamtkonzept» möglichst breit abstützen. An ihrer vorgestrigen Sitzung beschloss die Schulbehörde deshalb, das Konzept von einer Arbeitsgruppe begleiten zu lassen. Darin sollen nebst der Schulbehörde auch die Politische Gemeinde, der Denkmalpfleger, die Ortsparteien, Vereine und Gewerbe vertreten sein. Die Gruppe soll ihre Arbeit im ersten Quartal des kommenden Jahres aufnehmen. Gleichzeitig versucht die Schulbehörde, die Turnhalle Oberhofen aus dem Schutzplan entfernen zu lassen – ebenfalls ein Wunsch der FDP. Sehr zuversichtlich ist Wyser indes nicht. «Unsere Behörde ist mit dem selben Ansinnen bereits 2012 am Gemeinderat gescheitert.» Zudem hätten sowohl Heimatschutz als auch Denkmalpflege bereits ihren Widerstand angekündigt.

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