Die 150 ausgesetzten Hühner sind tot

FRAUENFELD. Das Thurgauer Veterinäramt hat die Hühner, die ein 23-jähriger Schweizer Mitte Oktober ausgesetzt hatte, heute Mittwoch schlachten lassen. "Sie dienen nun, ihrem ursprünglichen Zweck entsprechend, als Lebensmittel", heisst es in der Mitteilung.

Janique Weder
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Das Schicksal der 150 ausgesetzten Hühner ist besiegelt. (Bild: Mario Testa)

Das Schicksal der 150 ausgesetzten Hühner ist besiegelt. (Bild: Mario Testa)

Das Tauziehen um die Zukunft der 150 im Thurgau ausgesetzten Masthühner hat ein Ende. Am Mittwochmorgen sind die Tiere getötet worden. Das Veterinäramt des Kantons Thurgau hat die Tiere aber nicht wie ursprünglich geplant entsorgt, sondern sie für die Fleischgewinnung in einen Schlachtbetrieb gebracht. Wie das Amt in einer Mitteilung schreibt, stellt es die Poulets ausgewählten gemeinnützigen Organisationen unentgeltlich zur Verfügung.

Obwohl die Tiere in jüngster Zeit mit weniger Futter versorgt worden seien, hätten sie weiterhin an Gewicht zugenommen, heisst es im Communiqué weiter. Dadurch sei es den Masthühnern zunehmend schwierig gefallen, sich zu bewegen. "Die Schlachtung hat sich deshalb als einzige vernünftige Lösung aufgedrängt." Das Amt bedankt sich in der Mitteilung bei der Bauernfamilie, die zwischenzeitlich für die Tiere gesorgt hat.

Tierschützer will Initiative lancieren
Ursprünglich hatte sich der Thurgauer Tierschützer Reinhold Zepf dafür eingesetzt, dass die Hühner am Leben erhalten werden. Vor zwei Wochen warf Zepf das Handtuch - aufgrund der Auflagen des Veterinäramts. Dieses hatte dem Tierschutzverband verboten, die Hühner an Dritte weiterzugeben. Dem Verband selbst sei es aber aus Platzgründen nicht möglich gewesen, die Tiere langfristig zu halten.

Bis zuletzt habe er gehofft, dass der Kanton Thurgau ihm entgegenkomme oder eine andere Lösung für die Hühner finde, sagt Zepf am Mittwoch gegenüber Tagblatt Online. "Ich bezweifle, dass das Leben der Hühner nicht mehr lebenswert war."

Abgeschlossen ist die Geschichte für Zepf nicht. Ein solcher Fall dürfe sich nicht mehr wiederholen, sagt er. "Wir arbeiten an einer Initiative, die das Thurgauer Veterinäramt per Gesetz dazu verpflichtet, alle Tierschutzvereine im Kanton um eine Unterbringung anzufragen, bevor es Tiere töten lässt."

Hanf und Hühner im Keller
Die Hühner wurden Mitte Oktober von einem 23-jährigen Schweizer an einem Waldrand zwischen Happerswil und Buch ausgesetzt. Im Keller seines Hauses fand die Thurgauer Kantonspolizei unter anderem leere Futtergefässe, Hühnermist und eine Hanf-Anlage mit gut einem Dutzend Pflanzen.