Der zweite Ausfall in fünf Tagen

In der Nacht auf gestern ist in einigen Frauenfelder Quartieren der Strom ausgefallen, danach gab es Probleme mit der Notstromversorgung. Die Ursache für die Ausfälle ist noch unklar; sie könnten mit dem Vorfall am Montag zu tun haben.

Markus Zahnd
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Das beschädigte Kabel an der Speicherstrasse war eine der Ursachen für den nächtlichen Stromausfall. (Bild: Markus Zahnd)

Das beschädigte Kabel an der Speicherstrasse war eine der Ursachen für den nächtlichen Stromausfall. (Bild: Markus Zahnd)

FRAUENFELD. Kurz vor Mitternacht hat es einem Schacht an der Speicherstrasse zwischen Neuhauser- und Langwiesstrasse den Deckel gelupft. Und zwar nicht im übertragenen Sinn, sondern tatsächlich. Er sei ziemlich erschrocken, sagt ein Anwohner. Für den nächtlichen Vorfall verantwortlich war ein beschädigtes Mittelspannungskabel. Da zeitgleich noch ein weiteres Kabel beschädigt war, kam es von circa 23.30 bis 6 Uhr zu einem Stromunterbruch in den Gebieten Algisser, Speicher, Spitzrüti und Büel.

Nichts mit den Gewittern zu tun

Wie die Kabel beschädigt wurden, konnte Ernst Haas, Direktor der Werkbetriebe Frauenfeld, gestern noch nicht sagen. «Das müssen wir zuerst abklären.» Sicher ist, dass die Vorfälle nichts mit den Gewittern am Sonntagabend zu tun haben. Ebenfalls keinen Zusammenhang gibt es mit dem Wasserrohrbruch vor zehn Tagen in jenem Quartier. Hingegen könnte es einen Zusammenhang mit dem Stromausfall vom Montag geben, als ein Bagger an der Militärstrasse ein Kabel beschädigt hatte. «Es könnte sein, dass es durch den Unfall am Montag einen Schlag aufs Netz gab. Mit Gewissheit sagen können wir das noch nicht. Wir werden es aber prüfen», sagt Haas.

Mittlerweile werden alle Kunden wieder mit Strom versorgt, die beschädigten Kabel wurden repariert oder ersetzt. Einige Haushalte hatten aber die halbe Nacht keinen Strom. Die Werkbetriebe haben zwar ein 24-Stunden-Pikett. Aber nachdem das beschädigte Kabel geortet worden war, musste von einer Firma in Sulgen zuerst eine Notstromversorgung aufgetrieben werden. Ein Aggregat in der benötigten Grösse haben die Werkbetriebe nicht selber.

Probleme mit den Solaranlagen

Weil es gestern vormittag dann auch noch Probleme mit der Notstromversorgung gab, fiel in den Gebieten Speicher und Spitzrüti teilweise von 9 bis fast 12 Uhr erneut der Strom aus. «Die Solaranlagen haben weiter Strom produziert und ins Netz eingespeist. Das hat sich mit der Versorgung durch den Notstrom nicht vertragen», erklärt Haas. Die Solaranlagen mussten daher ausgeschaltet werden, damit das Notstromaggregat wieder in Betrieb genommen werden konnte.

«Ich bin nun schon lange bei den Werkbetrieben», sagt Direktor Haas. «Aber dass gleich zwei Kabel praktisch zeitgleich beschädigt werden, habe ich noch nicht erlebt.» Wohl weil der Stromausfall vom Montag noch in den Köpfen war, haben die Werkbetriebe auch einige eher wütende Reaktionen erhalten. «Bei den meisten ist aber durchaus Verständnis da. Schliesslich sind Stromausfälle ja höchst selten», sagt Haas. Die Häufung in den vergangenen Tagen sei daher schlicht Zufall.

Ernst Haas Direktor der Werkbetriebe Frauenfeld (Bild: Nana do Carmo)

Ernst Haas Direktor der Werkbetriebe Frauenfeld (Bild: Nana do Carmo)