Der Wald ist populär, aber defizitär

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Bischofszell Der Verband Thurgauer Bürgergemeinden diskutierte an seiner Präsidentenkonferenz über die Idee, Waldeigentümer mit einer Pauschale der Bevölkerung zu entschädigen. Wie der Thurgauer Kantonsforstingenieur Daniel Böhi erklärte, sei die Haupteinnahmequelle der Waldbesitzer, der Holzverkauf, seit Jahren defizitär. Bei einer ­alternativen Geldquelle für die Waldpflege gelte es aber, das rechte Mass zwischen Naturschutz und «Disneylandisierung» zu wahren. «Nicht jede Gemeinde braucht einen Seilpark im Wald, aber alle Nutzer sind auf einen guten Strassenunterhalt angewiesen», sagte Böhi. Dies könne man durch eine Pauschale an Privatwaldbesitzer, die im Thurgau oft für die Wege zuständig sind, regeln. Wie eine solche Regelung aussieht, sei primär eine politische Frage. Die Waldbesitzer müssten die erbrachten Leistungen definieren, dafür einen Preis festsetzen und einen «Käufer» finden. In der anschliessend rege geführten Diskussion – viele Bürgergemeinden sind Waldbesitzer – stiess die Idee generell auf Zustimmung. Hingegen gingen die Meinungen in der Frage auseinander, ob der Wald künftig naturbelassen oder den Ansprüchen der modernen Freizeit- und Konsumgesellschaft angepasst sein soll. Jemand schlug sogar vor, nicht nur einfach eine Pro-Kopf-Pauschale zu erheben, sondern die Menschen buchstäblich für die Luft zum Atmen zur Kasse zu bitten: «Der Wald produziert doch Sauerstoff, man könnte doch dafür etwas verlangen.» (art)