Der Verkauf von Dampf dämpft das Defizit

Die Kehrichtverbrennungsanlage Thurgau rechnet 2012 mit 135 000 Tonnen Kehricht und einem Defizit im Budget. Zunehmen soll jedoch der Ertrag aus Dampf und Strom.

Christof Lampart
Merken
Drucken
Teilen

WEINFELDEN. Die Zeiten, so mahnte der Verwaltungsratspräsident der Kehrichtverbrennungsanlage Thurgau (KVA), Alfred Wechsler, Weinfelden, seien, was die Wirtschaft betreffe, «unsicher». Deshalb habe man beim Budget 2012 Vorsicht walten lassen, erklärte Wechsler am Mittwochabend an der Budget-Delegiertenversammlung im Weinfelder «Trauben» vor 60 Delegierten.

Weniger Anlieferungen?

Tatsächlich werde man wohl Ende 2011 zwischen 140 000 und 143 000 Tonnen Abfälle verbrennen können, so Wechsler. Das Budget 2012 geht hingegen nur von Abfällen in der Höhe von 135 000 Tonnen aus. Treffen die Berechnungen ein, so resultiert für die KVA ein Verlust von rund 660 000 Franken. In den Bereichen Transport (40 000 Franken) und Entsorgung (240 000 Franken) werden die Kosten wahrscheinlich steigen. Den grössten Anteil am budgetierten Verlust dürften 2012 jedoch wohl die Mindererträge externer Anlieferer (minus 940 000 Franken) verursachen. Gemildert wird der Verlust durch Mehrerträge beim Verkauf von Dampf und Strom (plus 560 000 Franken). Die Delegierten winkten das Budget nach kurzer Diskussion einstimmig durch.

Fast 50 Prozent sind Importe

Wechsler betonte mit Nachdruck, dass die bis anhin nach Weinfelden gelieferten Abfallmengen in Zukunft «nicht sicher angesagt» seien. «Wir müssen den benötigten Abfall Tag für Tag nur akquirieren.» Wie wichtig dieser Zukauf von Abfällen für die KVA Thurgau ist, verdeutlicht auch eine andere Zahl. In der gesamten Schweiz wurden 2010 in 30 KVA 3,6 Millionen Tonnen Abfälle thermisch verwertet – 140 000 Tonnen davon im Thurgau. Doch während in der ganzen Schweiz im Jahr 2010 278 000 Tonnen Abfälle importiert wurden, was einem Anteil von 7,8 Prozent entspricht, waren es im Kanton Thurgau 69 148 Tonnen, also 49,5 Prozent.

Die Auslastung der KVA beläuft sich auf 99 Prozent, wobei Siedlungsabfälle bis anhin nicht exportiert werden. Hingegen sei durch die Zuwanderung in der nächsten Zeit auch im Thurgau mit einem Ansteigen der Abfallmenge zu rechnen.