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Der Untersee in Zürich

«Heute fahren wir nach Zürich», sage ich zu meiner Frau Turmspatz. «Gute Idee», flötet sie begeistert und macht sich ausgehfähig. Mit Bus und Zug verlassen wir den Thurgau und stehen wenig später mitten im Einkaufsparadies Zürcher HB.

«Heute fahren wir nach Zürich», sage ich zu meiner Frau Turmspatz. «Gute Idee», flötet sie begeistert und macht sich ausgehfähig. Mit Bus und Zug verlassen wir den Thurgau und stehen wenig später mitten im Einkaufsparadies Zürcher HB. «Siehst du das Kleid dort?» Frau Turmspatz zeigt auf ein Schaufenster und will mich ins Gewühl ziehen, doch ich halte sie zurück. «Wir sind nicht zum Einkaufen hier.» «Wozu kommt man sonst in die Stadt?» – «Hier ist die Kultur zu Hause, die Geschichte», versuche ich sie zu überzeugen, doch sie meint, in Kleiderläden stecke auch Kultur. «Und die Geschichte der Jeans ist ganz schön interessant.»

Schliesslich einigen wir uns darauf, erst etwas Kulturelles anzuschauen und dann die Bahnhofstrasse unsicher zu machen. Ich führe sie hinüber zum Landesmuseum. Hier hat sich einiges verändert. Wir staunen über den modernen Betonbau neben dem stolzen Hauptgebäude, gehen durch die Ausstellung und kommen in den Innenhof. An den Wänden sind neben Szenen aus der Geschichte Nischen zu sehen, in denen verschiedene Steinplatten eingelassen worden sind. Ein Gegensatz zu den farbigen Mosaiken.

«Interessant», sagt meine Frau. «Das ist, wie wenn jemand vom Untersee nach Zürich kommt», erkläre ich. «Die Stadt ist schrill und laut; wir sind erdverbunden und schlicht. Unsere Qualitäten brauchen Zeit, bis sie wirken.» «Angeber», sagt die beste Ehefrau von allen, «das stand in der Zeitung.» Die Steinplatten unter dem Spruch «Domine conserva nos in pace» wurden von einem Steckborner Steinmetz bearbeitet. Kunst vom Untersee für Zürich. Sie nimmt mich am Flügel: «Jetzt habe ich genug Kultur gehabt. Es wird Zeit, auch das Geld vom Untersee nach Zürich zu bringen.»

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