Der Thurgau will eine harmonisierte Jagdprüfung

Die geplante Revision des eidgenössischen Jagdgesetzes findet beim Thurgauer Regierungsrat grösstenteils Anklang. Er hat aber auch kritische Anmerkungen. Statt eine weitere Teilrevision hätte er eine Totalrevision bevorzugt.

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Der Thurgauer Regierungsrat ist im Grundsatz mit den vorgesehenen Neuerungen des Jagdgesetzes einverstanden, hätte aber eine Totalrevision des Gesetzes vorgezogen, wie er in einer Stellungnahme schreibt. Denn weil derzeit das kantonale Jagdgesetz überarbeitet wird, kommt die Teilrevision auf Bundesebene für den Thurgau zu einem schlechten Zeitpunkt. «Wir haben aber rechtzeitig vom Vorhaben des Bundes gewusst und die entscheidenden Punkte für die kantonale Gesetzesrevision berücksichtigen können», erklärt Regierungsrätin Cornelia Komposch.

Der Regierungsrat macht dennoch verschiedene Anmerkungen zum Gesetz des Bundes. So begrüsst er zwar die Einführung einer einheitlichen Jagdprüfung, die gegenseitig von allen Kantonen anerkannt werden soll. Eine solche Lösung trage der verstärkten Mobilität der Bevölkerung Rechnung. Er erachtet die vorgeschlagene Regelung jedoch als zu wenig konsequent und nicht befriedigend, da sie nur zu einer «Teilanerkennung» der Jagdprüfung führe. Er schlägt deshalb vor, dass eine unter den Kantonen harmonisierte Jagdprüfung gegenseitig von allen Kantonen ohne Vorbehalte anerkannt wird.

Abschuss kranker und verletzter Tiere

Ebenfalls im Grundsatz begrüsst wird die Stossrichtung, dass jemand, der keine Jagdprüfung vorweisen kann, künftig keine Jagdberechtigung mehr erhalten soll, sowie dass von ausländischen Personen dieselben Anforderungen der Jagdfähigkeit verlangt werden sollen. Letztere neue Regelung geht dem Regierungsrat allerdings zu weit, da die Vorgaben von ausländischen Jagdgästen teilweise nicht erfüllt werden können. Es gebe nämlich Länder, in denen gar keine Jagdprüfung bestehe.

Einverstanden ist der Regierungsrat damit, dass die Schonbestimmungen aus der Jagdverordnung ins Jagdgesetz überführt werden sollen. Vorbehalte hat er indessen, dass der Haubentaucher als jagdbare Art gestrichen werden soll, da für dieses Tier kein Artenschutzproblem besteht. Bei den Krähen fordert er, dass nicht nur Rabenkrähenschwärme zur Schadenminderung während der Schonzeit geschossen werden dürfen, sondern auch Nebel- und Saatkrähen. Dies insbesondere, weil es auch gemischte Krähenbestände gibt, bei denen gemäss jetziger Regelung nur die Rabenkrähen geschossen werden dürften.

Schliesslich äussert sich der Regierungsrat auch zum Artikel, der den Abschuss kranker und verletzter Tiere regelt. Die neue Formulierung dieses Artikels ist seiner Meinung nach ein Misstrauensvotum gegenüber den abschussberechtigten Personen, da diese nun in der Beweispflicht stünden und nachweisen müssten, dass ein Abschuss zur Verhinderung von Krankheiten oder aus Tierschutzgründen notwendig gewesen sei. Diese Anforderungen seien in der Praxis nicht zu erfüllen, weshalb bei diesem Artikel die bisherige Fassung belassen werden soll. (red.)