Der Thurgau rüstet sein Rechenzentrum auf

Nach dem Departementswechsel begleitet der Grosse Rat das Amt für Informatik gleich mit zwei Subkommissionen. Zu sehen gibt es dort bis Ende 2017 eine Grossbaustelle. Trotz Sparübung erhält das Amt mehr Personal, eventuell auch einen zweiten Standort. Eine neue kantonale Homepage ist in Arbeit.

Thomas Wunderlin
Drucken
Teilen
Die Kantonsverwaltung braucht stabile Informatiksysteme. (Bild: Nana do Carmo)

Die Kantonsverwaltung braucht stabile Informatiksysteme. (Bild: Nana do Carmo)

WEINFELDEN. Beim kantonalen Amt für Information (AfI) bestehe «dringender Handlungsbedarf in verschiedenen Bereichen», gab die Präsidentin der Geschäftsprüfungs- und Finanzkommission (GPK), Heidi Grau, in der Budgetdebatte des Grossen Rats am 3. Dezember bekannt. Auf Nachfrage erklärt die Zihlschlachter FDP-Kantonsrätin, beim AfI seien viele Projekte am Laufen. Es sei ein Schlüsselamt. Die GFK wolle Leo Kuster, der seit August 2013 das AfI leitet, bestärken.

Neue Homepage erst Ende 2016

Detailliertere Hinweise finden sich in der regierungsrätlichen Botschaft zum Budget 2015. «Um die Verfügbarkeit der IT-Systeme sicherzustellen», heisst es dort, «kann die Erneuerung verschiedenster IT-Infrastrukturkomponenten nicht mehr länger aufgeschoben werden.» Das AfI müsse seine internen IT-Prozesse überprüfen und sie an die heute gültige IT-Norm Itil ausrichten. Diese Arbeiten und die damit verbundene Organisationsänderungen sollen bis Ende 2017 abgeschlossen sein. Der Ertrag wird um 910 000 Franken reduziert, da die Spital-Thurgau-Gruppe offenbar als Kunde abgesprungen ist. Die Erneuerung des 14jährigen Internetauftritts ist schon länger geplant, aber wegen des Spardrucks verschoben worden. Nun soll er auf Ende 2016 aufgeschaltet werden.

«Die Herausforderungen in der Informatik sind generell hoch», sagt der Frauenfelder EVP-Kantonsrat Wolfgang Ackerknecht, Präsident der Subkommission DIV. «Die Verwaltung ist absolut angewiesen auf stabile Informatiksysteme.» Das AfI habe deshalb ein erhöhtes Budget erhalten. Sechs befristete sind in feste Stellen umgewandelt worden. «Man muss dem Amtschef den Raum geben, dass er arbeiten kann», sagt Ackerknecht. «Es braucht keine Hysterie, die Evaluationsprozesse benötigen Zeit.» Eines der wichtigsten Themen ist laut Ackerknecht die Datensicherheit: «Im Amt für Informatik sind die Daten in einem Raum, das will man entflechten.» Zwei getrennte Hauptrechner würden die Sicherheit erhöhen.

Standort mit Hochwassergefahr

Ein Grund, der einen zweiten Standort rechtfertigt, findet man auf der Naturgefahrenkarte des Amts für Geoinformation, die auf einem AfI-Server abgerufen werden kann. Das AfI im Westen Weinfeldens könnte gemäss der Extremereignisstudie Thur bei einem Jahrtausendhochwasser überflutet werden. Die Stufe Gelb bedeutet geringe Gefahr. «Personen sind kaum gefährdet», heisst es auf einem Merkblatt. Sachschäden sind jedoch möglich: «In Gebäuden können erhebliche Schäden auftreten.»

Ob das AfI einen zweiten Standort erhält, ist offen. «Ein Entscheid ist noch nicht gefällt», betont Andreas Keller, DIV-Generalsekretär. Der Bau eines zweiten Standorts wäre laut Keller «eine grosse Übung». Keller bestätigt, dass sich im AfI viel tue: «Etwa dreissig bis vierzig Projekte sind am Laufen.» Alles werde angeschaut, aber aktuell sei nichts zu vermelden: «Ich habe keine Schritte zu kommunizieren.»

Zwei GFK-Subkommissionen prüfen zurzeit die Arbeit des AfI, gab die GFK-Präsidentin ausserdem bekannt. Da das AfI am 1. Juni 2014 vom Departement für Finanzen und Soziales (DFS) ins Departement für Inneres und Volkswirtschaft (DIV) wechselte, schauen die Subkommission DFS und die Subkommission DIV bei der Informatik zum rechten. «So bleibt das Know-how der bisherigen Subkommission bestehen», erklärte Grau dem Ratsplenum.