Der Thurgau rüstet gegen den Jihadismus auf

Die Kantonspolizei Thurgau kauft neue Maschinenpistolen. Um ausserordentlichen Bedrohungslagen und dem Jihadismus entgegenzutreten, seien modernere Waffen nötig.

Silvan Meile
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Die Kantonspolizei Thurgau wappnet sich mit 40 neuen Maschinenpistolen gegen ausserordentliche Bedrohungslagen. (Bild: Reto Martin)

Die Kantonspolizei Thurgau wappnet sich mit 40 neuen Maschinenpistolen gegen ausserordentliche Bedrohungslagen. (Bild: Reto Martin)

Die Thurgauer Kantonspolizisten können in besonders bedrohlichen Lagen zu einer Maschinenpistole greifen. Eine solche gehört in den Patrouillenfahrzeugen zur Ausrüstung. Doch diese Waffen sind überholt, zum Teil über 40 Jahre alt. Sie genügen den aktuellen Anforderungen nicht mehr. Deshalb sollen sie durch modernere Waffen ersetzt werden.

Vorerst 40 neue Maschinenpistolen

«Im Zusammenhang mit ausserordentlichen Bedrohungslagen sowie aktuell dem Jihadismus zeigt sich, dass diese Waffen für den Frontdienst nur noch teilweise genügen», sagt Matthias Graf, Mediensprecher bei der Kantonspolizei Thurgau. Aus diesem Grund soll die bisherige Bewaffnung in 40 Patrouillenfahrzeugen ergänzt oder abgelöst werden.

Im kantonalen Budget 2017 sind dafür 210 000 Franken ausgewiesen. Ob dieser Betrag reicht, ist noch nicht sicher. «Es ist derzeit nicht ausgeschlossen, dass für das Jahr 2018 eine weitere Tranche von Unterstützungswaffen beschafft werden muss», erklärt Graf weiter. Der Kauf der neuen Waffen entspreche auch den Empfehlungen der Konferenz der kantonalen Polizeikommandanten.

Bisher noch keine Schussabgabe im Ernstfall

Noch sei der genaue Typ der neuen Waffen nicht bestimmt. Dieser müsse derzeit evaluiert werden. Auf jeden Fall werde es sich um Langwaffen handeln, die vor allem durch die Uniformpolizei eingesetzt werden, wenn die Situation dies nötig mache, sagt Mediensprecher Graf.

Zu einem Ernstfall mit einer Schussabgabe aus einer Maschinenpistole sei es bei der Kantonspolizei Thurgau bisher noch nie gekommen. Trotzdem stehen diese Waffen regelmässig im Einsatz. So sei etwa bei einer grossangelegten Verkehrskontrolle ein Kantonspolizist mit einer solchen Maschinenpistole ausgerüstet, um als sogenannter Sicherheitsposten die Situation zu überwachen, erklärt Graf.