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Der Thurgau hat einen Freund verloren

Der Tod Gerhart von Graevenitzs hat über alle Grenzen hinweg Trauer und Schmerz ausgelöst. Gerhart von Graevenitz war ein herausragender akademischer Denker und Lenker. Wer das Glück hatte, mit ihm zusammenzuarbeiten, wird ihn stets in dankbarer und ehrender Erinnerung behalten.
Alfred Müller,
Gerhart v. Graevenitz 2000 bis 2009 Rektor der Universität Konstanz (Archivbild: Susann Basler)

Gerhart v. Graevenitz 2000 bis 2009 Rektor der Universität Konstanz (Archivbild: Susann Basler)

Der Tod Gerhart von Graevenitzs hat über alle Grenzen hinweg Trauer und Schmerz ausgelöst. Gerhart von Graevenitz war ein herausragender akademischer Denker und Lenker. Wer das Glück hatte, mit ihm zusammenzuarbeiten, wird ihn stets in dankbarer und ehrender Erinnerung behalten. So auch der Kanton Thurgau mit dem Departement für Erziehung und Kultur und der Pädagogischen Hochschule Thurgau. Am Karfreitag 2016 ist Prof. Dr. Dr. h.c. Gerhart von Graevenitz, von 2000 bis 2009 Rektor der Universität Konstanz, in seinem 72. Lebensjahr verstorben.

Hochschulrat an der PHTG

Seine Berufung waren die Sprachen: Deutsch und Englisch im Staatsexamen. Dann Promotion, Habilitation und 1988 die Professur für neuere deutsche Literatur und allgemeine Literaturwissenschaft an der Universität Konstanz. Seine hohe wissenschaftliche Kompetenz und seine zur Übernahme von Verantwortung prädestinierte Persönlichkeit liessen ihn dann im Jahr 2000 zum Rektor werden. Er verkörperte wissenschaftlichen Geist und Führungskraft in perfekter Ausgewogenheit. 2003 nahm Gerhart von Graevenitz die Berufung in den Hochschulrat der neu gegründeten Pädagogischen Hochschule Thurgau (PHTG) an.

Der Kanton Thurgau und die PHTG hatten einen Freund gewonnen. Dank seiner Unterstützung öffneten sich die Türen zur dynamischen Universität in der Nachbarstadt: Von Anfang an standen den Studierenden die Bibliothek und das Sportangebot offen. Der gemeinsame Lehrstuhl für Erziehungswissenschaften führte zur ersten Brückenprofessur. Damit konnten Zug um Zug die Studiengänge Sekundarstufe II und I entwickelt werden. Innert weniger Jahre hatte die junge PHTG die Ausbildung für Lehrpersonen in der Vorschul- und Primarschulstufe auf die Sekundar-, Berufs- und Mittelschulstufe ausgebaut. Es folgten der Masterstudiengang «Frühe Kindheit» mit der zweiten Brückenprofessur und dem Kompetenznetzwerk sowie 2015 die Gründung der Binational School of Education (BiSE) mit der dritten Brückenprofessur.

Ein scharfsinniger Denker

Die Saat, die Gerhart von Graevenitz in der Bodenseeregion ausgebreitet hat, gedeiht. Sein Lebenswerk erinnert an seine humanistisch geprägte Persönlichkeit, an seine Fähigkeit, auch unangenehme Wahrheiten korrekt und ohne verletzende Worte zu kommunizieren, an seine Überzeugungskraft, an seine Hartnäckigkeit, aber auch an seine Beweglichkeit auf dem Weg zum Ziel. Wir durften Gerhart von Graevenitz als scharfsinnigen Denker und begnadeten Zuhörer, als umsichtigen Motivator und zielbewussten Teamplayer erleben. Der «Konstanz-Effekt» war das beeindruckende Ergebnis daraus. Damit beschrieb er selbst den Geist, den die Auszeichnung zur Exzellenz-Universität ausgelöst hatte: «Die Ideen spriessen und neue Energien werden freigesetzt. Es gibt zuhauf Erfolge.» Die wiederholte Auszeichnung der Universität Konstanz als eine der Exzellenz-Universitäten Deutschlands ist untrennbar mit dem Namen Gerhart von Graevenitz verbunden.

Wir behalten aber auch den liebenswürdigen Schalk, den geistreichen Witz, den feinen Humor in Erinnerung, die die wunderbare Persönlichkeit von Gerhart von Graevenitz ebenso auszeichneten. Der Kanton Thurgau mit seiner PHTG hat ihm sehr viel zu verdanken.

ehemaliger Präsident des Hochschulrats der PHTG

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