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Der Thurgau dimmt den Solarstrom

Der Thurgau ändert sein Konzept der Solarstromproduktion. Unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit will er nur noch kleinere Photovoltaikanlagen bauen. Die Grünen befürchten, der Kanton hebe so bei der Produktion erneuerbarer Energien den Sparhebel an.
Silvan Meile
Die Solarstromanlage auf dem Werkhof in Sulgen. (Bild: Reto Martin)

Die Solarstromanlage auf dem Werkhof in Sulgen. (Bild: Reto Martin)

FRAUENFELD. Der Thurgauer Regierungsrat dreht bei der Produktion eigener Solarenergie den Schalter zurück. Auf seinen Gebäuden sollen nur noch kleinere Solarstromanlagen installiert werden. Ausserdem soll Photovoltaik lediglich auf Dächern von Liegenschaften mit einem hohen Stromverbrauch zum Einsatz kommen. Das teilte der Regierungsrat gestern mit. Er begründet diesen Entscheid mit langen Wartezeiten und der unsicheren Entwicklung bezüglich Förderbeiträgen des Bundes.

Fokus auf Wirtschaftlichkeit

«Da in Zukunft je länger je weniger mit kostendeckenden Einspeisevergütungen (KEV) gerechnet werden kann, wird der Eigennutzungsgrad des erzeugten Stroms künftig massgebend sein für die Wirtschaftlichkeit von Solarstromanlagen», heisst es in einer Mitteilung des Kantons.

«Wir wollen Photovoltaikanlagen dort, wo auch ein grosser Strombedarf besteht», sagt Regierungsrat Walter Schönholzer auf Anfrage. Vorerst will der Kanton gemäss Mitteilung nur noch Solaranlagen bis 30 Kilowatt Peak (kWp) – das entspricht etwa dem Stromverbrauch von acht Haushalten – bauen. Bei diesen Anlagen können ein Eigennutzungsgrad von nahezu 100 Prozent erreicht und somit die Stromkosten erheblich gesenkt werden. Ausserdem bestehe bei Anlagen von 10 bis 30 kWp die Möglichkeit, sich anstelle von KEV-Geldern eine Einmalvergütung von aktuell maximal 30 Prozent der Investitionskosten auszahlen zu lassen, teilt der Regierungsrat mit.

Ein neuer Energieminister

Erst Anfang April weihte der Kanton auf dem Dach des Werkhofs Sulgen seine grösste Solarstromanlage mit einer Leistung von 215 kWp ein. Mit seinem jüngsten Entscheid drückt nun aber der Regierungsrat auf die Bremse. Und er teilte das gestern zu einem Zeitpunkt mit, als der Applaus für «Energieminister» Kaspar Schläpfer erst gerade verebbt ist. Ende Mai trat der Frauenfelder als Regierungsrat zurück und erntete vor allem als Förderer erneuerbarer Energien viel Lob, wurde gar als «Energieminister» gefeiert. Dank ihm sei der Thurgau bezüglich der Förderung erneuerbarer Energien zum Vorbildkanton geworden.

Der in der Energiepolitik eingeschlagene Weg werde zwar grundsätzlich weitergeführt, sagte gestern Schläpfers Nachfolger Schönholzer. Es mache jedoch keinen Sinn, grosse Anlagen zu planen, die aber mit Blick auf die Entwicklung bei der KEV nie gebaut würden.

«Schadet der Vorbildsfunktion»

Kantonsrat Kurt Egger, Präsident der Grünen Thurgau, stellt die Frage, ob sich hinter diesem Entscheid, nur noch kleine Anlagen zu bauen, ein Sparprogramm des Kantons verstecke. Denn dadurch dürfte das Investitionsbudget für kantonseigene Photovoltaikanlagen nicht mehr ausgeschöpft werden und der Anteil an Solarstrom nicht mehr gleich anwachsen. Das schade der Vorbildsfunktion des Kantons und sei ein schlechtes Signal an Hauseigentümer.

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