Der Thurgau bittet zur Ausfahrt

SULGEN. Neue Schilder am Thurgauer Autobahnrand begrüssen die Autofahrer und verweisen auf Sehenswürdigkeiten. Dadurch sollen Touristen nicht nur durch den Kanton fahren, sondern ihm auch einen Besuch abstatten.

Silvan Meile
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Regierungsrat Kaspar Schläpfer enthüllt eine der neuen Autobahntafeln – jene mit der Stadt Frauenfeld als Sujet – gemeinsam mit Edgar Sidamgrotzki, Leiter des kantonalen Amtes für Wirtschaft und Arbeit, sowie Rolf Müller, Geschäftsführer von Thurgau Tourismus. (Bild: Nana do Carmo)

Regierungsrat Kaspar Schläpfer enthüllt eine der neuen Autobahntafeln – jene mit der Stadt Frauenfeld als Sujet – gemeinsam mit Edgar Sidamgrotzki, Leiter des kantonalen Amtes für Wirtschaft und Arbeit, sowie Rolf Müller, Geschäftsführer von Thurgau Tourismus. (Bild: Nana do Carmo)

SULGEN. Jetzt habe der Thurgau die schönsten Autobahntafeln der Schweiz, sagt Kaspar Schläpfer. Eine davon steht direkt hinter dem Thurgauer Regierungsrat. Noch verhüllt ein schwarzes Tuch das mächtige Autobahnschild – die Tafel ist 3,5 × 2,72 Meter gross. Gleich lüftet aber Kaspar Schläpfer das Geheimnis um die neue Tafel, an der schon bald Tausende von Autofahrern täglich vorbeifahren. Die Anwesenden zücken den Fotoapparat.

Der Regierungsrat lud zusammen mit dem kantonalen Amt für Wirtschaft und Arbeit sowie Thurgau Tourismus zum grossen Moment ein. In einem Unterstand bei der Firma Walter Signaltechnik in Sulgen, wo die neue Autobahntafeln entstanden, zeigen sich diese erstmals der Öffentlichkeit. «Mit diesen neuen Tafeln laden wir die Autofahrer und darunter insbesondere die Touristen auf sympathische Art ein, den Thurgau nicht nur zu durchfahren, sondern ihn auch zu besuchen», sagt Regierungsrat Schläpfer.

Der Bund gestaltet mit

In den nächsten Tagen werden die Schilder an ihrem vorgesehenen Platz neben der Autobahn montiert. Sie ersetzen die bisherigen Willkommenstafeln. Fünf neue lastwagengrosse Schilder grüssen dann in einem einheitlichen Erscheinungsbild beim Eintritt ins Thurgauer Kantonsgebiet: «Herzlich willkommen» steht darauf. Dazu sind unterschiedliche Sehenswürdigkeiten des Thurgaus abgebildet. Es sind keine Fotografien, sondern Zeichnungen im Comic-Stil.

Bei Attikon zeigt die Tafel das Sujet des Schlosses Frauenfeld, vor Aadorf/Matzingen wird das Schloss Sonneberg und bei Kreuzlingen ist das Schloss Herdern abgebildet. In Sirnach/Münchwilen, der Kantonsgrenze zu St. Gallen, ist ein typisches Thurgauer Landschaftsbild zu sehen und bei Arbon wird ein Bild der Stadt gezeigt. «Die Sujets haben eine hohe Wiedererkennung und passen ideal zur Marke Thurgau», sagt Edgar Sidamgrotzki, Leiter des kantonalen Amtes für Wirtschaft und Arbeit: «Jede Tafel ist ein Kunstwerk.» Für Sidamgrotzki war es gestern ein besonderer Tag. Nach über zweijähriger Arbeit konnte er die Tafeln vorstellen. Er verwies auf die strengen Weisungen des Bundesamtes für Strassen. Denn nach einem Wildwuchs solcher Tafeln während der letzten Jahrzehnte schränkt das Amt die Gestaltung solcher Autobahntafeln stark ein. So sei beispielsweise genau vorgeschrieben, dass das untere Drittel der Tafel im vorgegebenen Braunton gehalten werden müsse.

Werben für die Glanzlichter

Nebst den fünf Willkommenstafeln kreierte der Kanton auch drei Tafeln an Ausfahrten. Das lassen die neuen Weisungen des Astra zu. Deshalb wird künftig an der Ausfahrt Münchwilen auf das Kloster Fischingen, in Frauenfeld West auf die Kartause Ittingen und in Müllheim auf das Schloss Arenenberg sowie den Freizeitpark Conny-Land hingewiesen. Dafür haben diese Institutionen Geld bezahlt. «Ankündigungen mit Hinweis auf touristische Ziele gab es bisher noch nicht auf Thurgauer Autobahnen», sagt Rolf Müller, Geschäftsführer von Thurgau Tourismus. Es ergebe sich dadurch aber eine «zusätzliche und willkommene Möglichkeit», um für die touristischen Glanzlichter des Kantons zu werben.

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