Der Swica ist nichts aufgefallen

Verschiedene Quellen haben der Krankenkasse Swica einige Informationen über angebliche Ungereimtheiten im Herz-Neuro-Zentrum in Kreuzlingen zugespielt. Es habe sich nichts erhärtet, sagt die Swica.

Caspar Hesse
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Entlastet: Die Swica ist mit dem Herz-Neuro-Zentrum in Kreuzlingen zufrieden. (Bild: Reto Martin)

Entlastet: Die Swica ist mit dem Herz-Neuro-Zentrum in Kreuzlingen zufrieden. (Bild: Reto Martin)

KREUZLINGEN. Medizinalprodukte sollen zu überhöhten Preisen abgerechnet und Rabatte nicht weitergegeben worden sein, waren die Vorwürfe, die an die Krankenkasse Swica gelangten. «Es waren mehrere Sachverhalte aus verschiedenen Quellen, die wir erhalten haben», sagt Christina Wettstein, stellvertretende Mediensprecherin bei der Swica, auf Anfrage der Thurgauer Zeitung. «Einiges an Informationen kam da zusammen.»

Nun hat die Krankenkasse ihre Untersuchungen beendet. «Es konnten keine derartigen strafrechtlich relevanten Verfehlungen festgestellt werden», publizierte gestern der Konstanzer «Südkurier» eine Stellungnahme der Swica. «Wir haben keine Verfehlungen gegenüber Swica festgestellt, weder in strafrechtlicher noch in versicherungsrechtlicher Hinsicht», ergänzt Wettstein auf Anfrage der TZ.

Untersuchungen laufen weiter

Weiter laufen hingegen die Untersuchungen sowohl der Thurgauer als auch der Konstanzer Staatsanwaltschaft. «Das Verfahren läuft immer noch, wir informieren erst ganz am Schluss», sagt dazu Stefan Haffter, Medienverantwortlicher der Staatsanwaltschaft Thurgau. Von der Swica sei Haffter aber noch nicht offiziell informiert worden.

Das wird auch weiterhin nicht passieren. «Wir sind nicht geschädigt», sagt Christina Wettstein, «deshalb stehen wir mit der Thurgauer Staatsanwaltschaft auch nicht in Kontakt. Es hat sich nichts erhärtet.» Beim Herz-Neuro-Zentrum ist man erwartungsgemäss glücklich über die Neuigkeiten: «Wir haben die Einschätzung der Swica mit Genugtuung zur Kenntnis genommen», sagt ein Sprecher der Kreuzlinger Klinik.

Das Herz-Neuro-Zentrum ver- mutet, dass die Geschäftsführung der beiden Kliniken gezielt desavouiert werden soll. Die Vorwürfe würden von anonymer Seite erhoben und träfen auch die Proventis AG, an der die Organe der Herzkliniken ebenso als Organe tätig sind. Dies ist aus dem Handelsregister ersichtlich. Die Klinik werde aber neben der Proventis AG auch noch von über 100 weiteren Zulieferern versorgt.

In Deutschland Fallpauschalen

Der Bezug von Medizinalprodukten über die Proventis erfolge nachweisbar durchweg zu Marktpreisen oder gar darunter, schrieb das Herz-Neuro-Zentrum bereits im November 2013 in einer Medienmitteilung. Die Anschuldigung einer Belieferung zu überteuerten Preisen auf der deutschen Seite sei schon alleine deswegen unsinnig, weil dieses Thema gar nicht aufkommen könne, denn in Deutschland findet die Verrechnung von Krankenhausleistungen auf der Grundlage von Fallpauschalen statt. Die Einkaufspreise für Medizinalprodukte würden deswegen für die Krankenkassen keine Rolle spielen. Ein Betrug der deutschen Krankenkassen sei in dieser Frage gar nicht möglich.