Der Stadtpräsident bricht das Schweigen

Zu den Geschäften der Arbon Energie AG läuft eine Untersuchung. Das teilt die Stadt Arbon nach dem TZ-Artikel vom Samstag mit. Im Unternehmen soll Geld unterschlagen worden sein. Stadtpräsident Andreas Balg sagt, die Prüfung laufe seit rund vier Wochen im Zuge der personellen Neuorganisation.

Tanja von Arx
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ARBON. «Ein spezialisiertes Unternehmen wurde für eine umfassende Untersuchung beauftragt», schrieb die Stadt Arbon gestern in einer Mitteilung. Sie reagiert damit auf den TZ-Artikel vom Samstag. Gerüchte waren aufgekommen, beim Strom- und Wasserversorger Arbon Energie AG habe jemand Geld unterschlagen, einer von ganz oben. Was pikant ist, denn die Firma gehört der Stadt als ihre Hauptaktionärin. «Es gab Anzeichen von Unregelmässigkeiten bei einigen Geschäftsvorgängen», bestätigt die Stadt nun das Gemunkel. Andreas Näf, Verwaltungsratspräsident der Arbon Energie AG, und Stadtpräsident Andreas Balg hatten sich gegenüber unserer Zeitung bislang nicht zu einer möglichen Veruntreuung geäussert.

Price Waterhouse Coopers prüft

Stadtpräsident Balg sagt jetzt auf Anfrage: «Die Untersuchung läuft schon seit rund vier Wochen.» Die Stadt und die Geschäftsführung der Arbon Energie AG hätten den externen Wirtschaftspezialisten Price Waterhouse Coopers beauftragt, die vielschichtigen Geschäftsabläufe aufzuarbeiten. Ordentliche Rechnungsprüferin der Arbon Energie AG ist die BDO AG in St. Gallen. Jene hätte allerdings keine Ungereimtheiten bei den Finanzen festgestellt, sagt Balg. BDO-Revisionsexperte Gianmarco Zanolari hat, wie er gegenüber der TZ sagt, darüber keine Kenntnisse. Er sei aber auch nicht befugt, Dritten Auskunft zu geben.

Neue Firmenspitze seit April

Erst im Frühjahr gab es einen Wechsel an der operativen Spitze der Arbon Energie AG. Seit dem 1. April 2015 ist Silvan Kieber Geschäftsführer. Kieber folgte auf Jürgen Knaak, der in Pension gegangen ist. Wer den Anstoss zu einer Prüfung der Bücher gegeben hat, mochte Balg nicht sagen. Der Stadtpräsident verweist aber darauf, dass dieser «in Zusammenhang mit der personellen Neuorganisation» des Unternehmens stehe.

Kein Strafverfahren eingeleitet

Schliesslich hat unsere Zeitung Auskunft von der Staatsanwaltschaft Bischofszell erhalten. «Der Staatsanwaltschaft Thurgau ist nichts bekannt», schreibt Staatsanwalt Stefan Haffter über ein allfälliges Strafverfahren in Verbindung mit der Arbon Energie AG. Eine Anzeige würde wohl ohnehin erst nach Abschluss der Wirtschaftsprüfung eingereicht.

Die Stadt Arbon und die Arbon Energie AG erwarten ein baldiges Ergebnis der externen Untersuchung, sagt Stadtpräsident Balg. «Als Hauptaktionärin ist es der Stadt Arbon ein grosses Anliegen, die Situation gründlich zu klären», heisst es abschliessend in der Medienmitteilung. Bis dahin gelte die Unschuldsvermutung.