Der Sirenenpanne auf der Spur

Innert sechs Wochen kam es im Kanton St. Gallen zu vier Sirenen-Fehlalarmen. Nun glaubt die Herstellerfirma, die Ursache gefunden zu haben.

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ST. GALLEN. Nach den wiederholten Sirenen-Fehlalarmen der vergangenen Wochen hat die Lieferfirma reagiert: Sie hat die Steuergeräte sämtlicher neu installierter Sirenen im Kanton St. Gallen ausgewechselt. Genützt hat es nichts: Am Montagabend um 22.22 Uhr ging in Untereggen die Sirene auf dem Gemeindehaus los. Fälschlicherweise. Auch sie war vorsorglich mit einer neuen Steuerung ausgerüstet worden.

Eine Ursache ist bekannt

Begonnen hat die Serie der Fehlalarme in der Stadt St. Gallen. Am 17. Juni heulte die Sirene auf der Klinik Stephanshorn. Etwa eine Woche später kam es an der Rorschacher Strasse zu einem weiteren Fehlalarm; verantwortlich dafür war ein Installationsfehler. Im Linthgebiet heulte dann vor knapp drei Wochen mitten in der Nacht eine Sirene. Um 3.15 Uhr wurden die Bewohnerinnen und Bewohner in Neuhaus aus dem Schlaf gerissen, als die Sirene auf dem Betriebsgebäude der Fenster Konrad AG an der Rickenstrasse losging. Bei drei der vier Fehlalarmen blieb die Ursache unklar.

Massnahmen vorgeschlagen

Mittlerweile hat die Herstellerfirma Kockum Sonics konkrete Anhaltspunkte gefunden, was der Grund für die Fehlalarme in St. Gallen, Neuhaus und Untereggen gewesen sein könnte. Dies sagte Geschäftsführer Herbert Loretz auf Anfrage.

Sein Unternehmen hat den zuständigen Behörden eine Stellungnahme zur Ursache und zu möglichen Massnahmen vorgelegt. Weitere Einzelheiten wollte Loretz allerdings nicht bekannt- geben.

Bund analysiert mit

Laut Ralf Pötzsch, stellvertretender Leiter des St. Galler Amtes für Militär und Zivilschutz, steht ein technisches Problem im Vordergrund. Die Analyse werde zurzeit zusammen mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz (Babs) vertieft. Laut Babs-Sprecher Pascal Aebischer sind die Abklärungen weiterhin im Gange. «Uns fehlen noch einige Informationen.» Sobald diese vorliegen, dürfte klar sein, ob man auf der richtigen Spur ist. Wie schnell die Massnahmen umgesetzt werden könnten, hängt von der Verfügbarkeit allfälliger Ersatzkomponenten ab. Zudem müsste das Babs die geplanten Massnahmen zur Behebung der Sirenenpannen freigeben. (pku)