Der Rücktritt nach dreizehn Jahren

ESCHLIKON. Der Eschliker Finanzvorsteher Philipp Schwager verlässt auf Ende Juni den Gemeinderat. Als Gründe für seine Demission nennt der 49-Jährige unter anderem Amtsmüdigkeit und das wachsende Misstrauen gegenüber Behördenvertretern.

Olaf Kühne
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Philipp Schwager hat genug. Der Eschliker Finanzvorsteher legt Ende Juni sein Amt nieder. (Bild: Olaf Kühne)

Philipp Schwager hat genug. Der Eschliker Finanzvorsteher legt Ende Juni sein Amt nieder. (Bild: Olaf Kühne)

Seit dreizehn Jahren sitzt er im Gemeinderat, seit elf Jahren ist er für die Eschliker Gemeindefinanzen verantwortlich. Nun hat er genug. Philipp Schwager hat seinen Gemeinderatskollegen sein Rücktrittsgesuch per Ende Juni eingereicht.

«Ich kann kein konkretes Ereignis oder einen einzelnen Grund für meinen Rücktritt benennen», sagt Schwager auf Anfrage unserer Zeitung. Vielmehr sei es eine Kumulation über die letzten Jahre gewesen. «Wahrscheinlich bin ich amtsmüde», fasst er zusammen. Während der letzten Jahre habe er eine klare Verschlechterung des Klimas wahrgenommen. Das Verständnis für die Arbeit von Behördenmitgliedern habe in der Bevölkerung spürbar abgenommen, der politische Umgang sei markant rauher geworden.

Zeitpunkt bewusst gewählt

Persönlich angegriffen worden sei er zwar nicht, sagt der 49jährige Betriebsökonom. Gerade als Finanzvorsteher spüre er aber ein wachsendes Misstrauen, das es ihm als Miliz-Politiker nicht einfach mache, sein Amt auszuüben. «Ich will aber keine Schuldzuweisungen machen», betont Schwager. «Ich musste für mich einfach über die Bücher gehen und bin zur Erkenntnis gelangt: Der Zeitpunkt ist da!» Tatsächlich aber ist sein Rücktritt per Ende Juni nicht nur auf Schwagers Amtsmüdigkeit zurückzuführen. Kommendes Jahr stehen die Gesamterneuerungswahlen der Gemeindebehörden an. «Ich lege mein Amt bewusst ein Jahr früher nieder», gesteht Schwager. Dies, weil er in der Vergangenheit die Situation erlebt hatte, dass gleich drei Neue gleichzeitig ihre Behördentätigkeit aufnahmen. Dies sei eine grosse Belastung für die Bisherigen gewesen. «Mit meinem Rücktritt ein Jahr vor Ende der Legislatur will ich die Kontinuität im Gemeinderat sicherstellen», erklärt er den Zeitpunkt seines Rücktritts.

Ersatzwahl am 18. Mai

Überlegungen, die auch Gemeindeammann Robert Meyer zugute kommen. Er nimmt Schwagers Rücktritt mit Bedauern zur Kenntnis. Amtete der Finanzvorsteher doch seit fast sieben Jahren auch als Meyers Vize. Wer diesbezüglich in Schwagers Fussstapfen tritt, ist indes auch noch offen. «Üblicherweise ist das der Amtsälteste, also Gemeinderat Bernhard Braun», sagt Meyer. «Wir haben im Gemeinderat aber entschieden, dass wir das Thema erst nach der Ersatzwahl im Rahmen der darauffolgenden Neu-Konstituierung der Behörde besprechen werden.»

Den Termin für den ersten Wahlgang legte der Eschliker Gemeinderat auf den 18. Mai fest, für einen allfälligen zweiten auf den 22. Juni. Bis dahin macht sich nun die Interpartei unter dem Vorsitz von CVP-Präsident Toni Peterhans auf Kandidatensuche.

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