Der Reka-Dorf-Entscheid verzögert sich

FRAUENFELD. Die Chancen für ein Thurgauer Reka-Dorf sinken. Zu den zwei möglichen Standorten am Bodensee und den beiden in der Romandie gesellt sich nun auch noch Konkurrenz aus dem Tessin. Wegen des starken Frankens nimmt die Reka Tempo aus dem Projekt.

Silvan Meile
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Roger Seifritz Direktor der Schweizer Reisekasse (Reka) (Bild: Nana do Carmo)

Roger Seifritz Direktor der Schweizer Reisekasse (Reka) (Bild: Nana do Carmo)

Die Thurgauer Regierung signalisiert der Schweizer Reisekasse (Reka) das Interesse eines Reka-Dorfes im Thurgau. Davon zeugt ein zinsloses Darlehen von 3,5 Millionen Franken, welches der Regierungsrat als Teilfinanzierung eines allfälligen Projekts gesprochen hat.

Schon seit längerer Zeit sind die beiden Standorte Altnau und Kreuzlingen in der engeren Auswahl für das 15. Reka-Dorf, einer Ferienanlage für Familien. «Das ist für uns ein positives Signal aus dem Thurgau», sagt Reka-Direktor Roger Seifritz über den Beschluss der Thurgauer Regierung.

Konkurrenz aus dem Tessin

Einen Entscheid über den Standort der Ferienanlage habe die Reka aber noch nicht gefällt, betont Seifritz. Der Reka-Direktor dämpft sogar die Thurgauer Hoffnung. Denn zu den vier in die Evaluation einbezogenen Standorten Yverdon, Morges, Kreuzlingen und Altnau sei nun noch ein fünfter möglicher Ort im Tessin hinzugekommen. «Wir sind noch immer in der Phase der raumplanerischen Abklärungen», sagt Seifritz. Mit der Zusicherung des Darlehens würden im Thurgau ähnliche Bedingungen wie in anderen Kantonen herrschen. Auf solche zinslosen Darlehen sei die Reka bei der Finanzierung angewiesen.

Mit einem Entscheid, wie die Reka ihr neues Feriendorf tatsächlich bauen wird, ist weiterhin nicht vor Ende 2015 zu rechnen. Und auch dieser seit längerem ins Auge gefasste Zeithorizont dürfte sich sogar noch nach hinten verschieben. «Wegen des ungünstigen Umfelds haben wir Tempo aus dem Projekt genommen», sagt Seifritz. Grund dafür sei der starke Franken. Denn dieser macht der Tourismusbranche allgemein zu schaffen und lässt dadurch auch weniger Schweizer in der Schweiz Ferien machen. Vielmehr lockt es die Schweizer ins Ausland. Das ist schlecht für die Reka-Dörfer. Denn die einheimischen Feriengäste sind das grösste Kundensegment der Reka.

20 Millionen für das Dorf

Das Projekt eines weiteren Feriendorfes der Reka dürfte sich auf rund 20 Millionen Franken belaufen. In etwa 50 Wohnungen sollen darin rund 300 bis 400 Betten untergebracht werden. Für Rolf Müller, Geschäftsführer von Thurgau Tourismus, ist die Reka «eine Marke mit höchstem Sympathiefaktor», und es wäre für den Thurgau ein Quantensprung, auf der nationalen Landkarte der Reka zu erscheinen.