Der Regen setzt dem Weizen zu

Die Mähdrescher stehen in den Startlöchern. Doch das schlechte Wetter lässt sie ausharren. Die Bauern können ihr Getreide nicht dreschen. Die Chance auf eine gute Ernte wird von Tag zu Tag kleiner. Brotweizen wird es wohl dieses Jahr nur knapp geben.

Daniela Ebinger
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Der Bätershauser Landwirt Hansueli Wolfender wartet darauf, den Mähdrescher in Bewegung setzen zu können. (Bilder: Daniela Ebinger)

Der Bätershauser Landwirt Hansueli Wolfender wartet darauf, den Mähdrescher in Bewegung setzen zu können. (Bilder: Daniela Ebinger)

BÄTERSHAUSEN. Auf dem Hof von Hansueli Wolfender stehen die grossen Maschinen zum Dreschen still. Doch eigentlich wäre Hochsaison – der Weizen reif für die Ernte. Der Regen verhindert jedoch das Arbeiten. «Es muss mindestens zwei Tage trocken sein, bevor das Korn und der Boden ideal zum Dreschen sind», sagt der Landwirt mit dem Lohnunternehmen als Betriebszweig. Er führt sein Unternehmen seit rund zehn Jahren als Gemeinschaft zusammen mit Felix Rutishauser. Die nächsten Tage sehen nicht erfreulich aus. «Wenn jetzt nicht bald geerntet werden kann, ist die Auswuchsgefahr des Weizens immer grösser und die Chance für eine gute Ernte immer kleiner», sagt der Landwirt. Durch den Regen saugt sich das Korn mit Feuchtigkeit voll und spriesst aus. Was eine Qualitätseinbusse zur Folge hat, die dem Landwirt auf den Preis drückt. Der Brotweizen kann somit nur noch als Tierfutter verwendet werden.

Alle wollen gleichzeitig dreschen

Wolfender hofft trotzdem, dass bis am Samstag das Korn genug abtrocknet, damit er mit seinen knapp 10 Tonnen schweren Fahrzeugen einige Fahrten durchführen kann. Die Landwirte entscheiden selbst, wann sie ihre Felder dreschen lassen. Bei Unsicherheit steht den Dreschern ein Messgerät zur Hilfe. Damit können die Landwirte die Feuchtigkeit des Kornes feststellen. «Jeder Landwirt will nach einer solchen Regenphase so lang wie möglich warten und zum richtigen Zeitpunkt sein Korn doch so schnell wie möglich dreschen lassen», sagt Wolfender. Das gibt bei seinem Unternehmen nicht selten Terminkollisionen. Um diese gering zu halten, sind zwei Dreschmaschinen im Einsatz, die in der Hochsaison zum Teil bis mitten in die Nacht fahren.

Keine geschlossene Kabine

Bereits sein Vater führte Drescharbeiten in der Region aus. Hansueli Wolfender erinnert sich, wie er mit 18 Jahren das erste Mal selber eine solche Maschine fahren durfte. «Dieses Fahrzeug hatte noch keine geschlossene Kabine.»

Hansueli Wolfender drescht im Jahr circa 120 Hektaren. Das sind rund 111 grosse Fussballfelder. Die Ernte beginnt Ende Juni, Anfang Juli. Dieses Jahr fuhr er am 28. Juni das erste Mal über ein Gerstenfeld. «Die Erträge und die Qualität von allen Kulturen waren bis anhin sehr gut», sagt der Landwirt. Er mag sich erinnern, dass der Weizen wegen einer Regenperiode vor genau zehn Jahren erst nach Mitte August gedroschen werden konnte. «Dabei waren auch viele Felder ausgewachsen, die Nerven der Landwirte und Lohnunternehmen strapaziert und wir haben es doch überstanden.»

Das Korn saugt sich mit Feuchtigkeit voll.

Das Korn saugt sich mit Feuchtigkeit voll.

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