Der Radweg endet in Frauenfeld Ost

Die Gemeindeversammlung von Felben-Wellhausen macht nicht mit beim Bau des regionalen Radwegs. Gachnang und Frauenfeld haben ihren Teil bereits beschlossen. Somit wird der Weg vom Bahnhof Islikon wohl nur bis zum Aldi am östlichen Stadtrand von Frauenfeld führen.

Thomas Wunderlin
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Für Velofahrer wird es in Felben keine zentrale Alternativroute zur Hauptstrasse geben. (Bild: Reto Martin)

Für Velofahrer wird es in Felben keine zentrale Alternativroute zur Hauptstrasse geben. (Bild: Reto Martin)

FELBEN-WELLHAUSEN. Von Wellhausen nach Frauenfeld führe bereits ein schöner Radweg, auch von Felben her gebe es eine Velostrecke via Allmend, argumentierte ein Stimmbürger. Wie andere Redner lehnte er den Kredit von 500 000 Franken für den Felben-Wellhauser Anteil des regionalen Radwegs ab. Die Vorlage wurde am Donnerstagabend mit 45 Nein gegen 20 Ja abgelehnt, wie bereits gestern kurz gemeldet. Gemeindeammann Werner Künzler argumentierte vergeblich, ein direkter Veloweg nach Frauenfeld sei etwa für die Schüler wichtig.

Der Gemeinderat von Felben-Wellhausen hatte gemeinsam mit Frauenfeld und Gachnang den Agglo-Radweg konzipiert, der von Islikon nach Felben-Wellhausen möglichst nahe dem Bahndamm entlang führen sollte. In Gachnang und Frauenfeld haben die Stimmbürger bereits zugestimmt. Nun endet der Agglo-Radweg beim Aldi am östlichen Frauenfelder Stadtrand. Die Verlängerung war entlang der Kantonsstrasse Richtung Wellhausen geplant. Vor dem Ortseingang sollte der Weg nach Norden Richtung Bahnhof Felben-Wellhausen abbiegen.

Frauenfeld bedauert Entscheid

Zur Frage, ob er die Vorlage nochmals bringen werde, dazu nahm Künzler nach der Versammlung keine Stellung. Er wies nur daraufhin, dass das Projekt jetzt hätte beschlossen werden müssen, um die Beiträge des Bundes zu erhalten.

Der Gemeindeammann von Gachnang, Matthias Müller, erklärte gestern, das weitere Vorgehen müsse nun mit Frauenfeld und Felben-Wellhausen abgesprochen werden. Der Stadtrat Frauenfeld teilt auf Anfrage mit, er bedaure die Ablehnung durch Felben-Wellhausen. Die am Projekt Beteiligten würden nun eine Standortbestimmung vornehmen und «dabei insbesondere auch abklären, wie es mit den Beiträgen von Bund und Kanton aussieht, falls das Projekt nur zum Teil realisiert wird». Das werde einige Zeit dauern. Im Abstimmungsbüchlein zur Frauenfelder Abstimmung vom 15. Mai hatten Stadt-und Gemeinderat geschrieben, auch wenn einer der Nachbarn nicht mitmache, sei der Nutzen des Wegs auf Stadtgebiet «trotzdem vollumfänglich gegeben».

Nein zu Ausbau einer Sackgasse

Zuvor hatte die Gemeindeversammlung von Felben-Wellhausen bereits mit 57 Nein den Ausbau der drei Meter schmalen Sackgasse Breitestrasse auf fünf Meter abgelehnt. Gemeinderat Duri Plouda wies auf die Erschliessungspflicht der Gemeinde hin; das Land zwischen Breite- und Langenmattstrasse werde in nächster Zukunft überbaut. Wie er einräumte, wird es jedoch vor allem von der Langenmattstrasse her erschlossen. Die Opposition wurde angeführt von Anstössern der Breitestrasse, die für die Hälfte der Kosten von 210 000 Franken aufkommen müssten. Kritisiert wurde auch, dass unklar sei, wann und wie das Land bebaut werde.

Mit 69 Ja und 9 Nein angenommen wurde das Budget mit einem Umfang von rund 7,25 Millionen Franken und einem Ertragsüberschuss von 22 400 Franken. Kritische Stimmen gab es zur Absicht des Gemeinderats, einen neuen Gemeindearbeiter anzustellen. Denn dieser soll die jetzige 20-Prozent-Stelle des Gemeindehaus-Abwarts übernehmen. Der Abwart muss deshalb seine Dienstwohnung, ein Einfamilienhaus, räumen. Ohne Gegenstimme angenommen wurde der Steuerfuss von 58 Prozent.

Die Einbürgerung einer 26jährigen Italienerin, die im Thurgau aufgewachsen ist, wurde mit 79 Ja bei 2 Enthaltungen genehmigt.

4,8 Millionen für Schulhaus

Die anschliessende Schulgemeindeversammlung genehmigte mit 61 Ja zu 3 Nein einen Kredit von 4,8 Millionen Franken für einen Schulhaus-Anbau anstelle der alten Turnhalle. Schulpräsident Künzler betonte auf eine entsprechende Frage, ein Zusammenschluss mit Hüttlingen würde nicht bedeuten, dass die Schüler in der andern Gemeinde die Schule besuchen müssten.

Im Unterschied zum Radweg war das Schulhausprojekt schon in früheren Versammlungen vorgestellt worden. Aufgrund dieser Diskussionen präsentierte die Schulbehörde zwei Zusatzmodule. Auf ein Schrägdach anstelle des Flachdachs für 220 000 Franken wurde auf Empfehlung der Schulbehörde mit grossem Mehr verzichtet. Mit 33 zu 27 wurde auch eine 170 000 Franken teure Fotovoltaikanlage auf dem Schrägdach des alten Schulhauses abgelehnt. Die Versammlung beschloss jedoch mit 52 Ja, die Schulbehörde müsse einen Zeitplan vorlegen, wann die Anlage installiert werden solle.