Der Park schlägt langsam Wurzeln

FRAUENFELD. Bis zur offiziellen Einweihung am 15. August sollte der Murg-Auen-Park voll im Saft stehen. Das hofft Fabrizio Hugentobler, Leiter des Amts für Freizeitanlagen und Sport. Doch vorerst gilt es noch, die letzten Arbeiten fertigzustellen.

Stefan Hilzinger
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Rundgang durch den fast fertigen Park: Ingenieur Christian Herrmann, Amtsleiter Fabrizio Hugentobler und Landschaftsarchitekt Martin Klauser. (Bild: Nana do Carmo)

Rundgang durch den fast fertigen Park: Ingenieur Christian Herrmann, Amtsleiter Fabrizio Hugentobler und Landschaftsarchitekt Martin Klauser. (Bild: Nana do Carmo)

Die hellgrünen Pfähle aus Plastik sind keine Kunstinstallation. Sie schützen die frisch gesetzten Bäume und Sträucher im Murg-Auen-Park. Zum Beispiel vor gefrässigen Bibern, die sich gern an der Murg tummeln.

Die Bepflanzung des Parks mit einheimischen Bäumen und Sträuchern, die Ansaat der Blumenwiese auf der Freifläche vor dem Pavillon und die Montage der Brückengeländer gehören zu den letzten Arbeiten, die derzeit im Murg-Auen-Park vonstatten gehen. «Bis Mitte, Ende Mai sind die Arbeiten abgeschlossen», sagt Fabrizio Hugentobler, Leiter des städtischen Amts für Freizeitanlagen und Sport, anlässlich eines Rundgangs durchs Parkgelände.

Dynamischer Auenwald

Noch sind die schweren Baumaschinen nicht abgezogen: Beim Auslauf des Mühlewiesenkanals in den Rossgunten wird noch am Sturzbach samt Wasserfall gebaut. «Hier dauern die Arbeiten noch etwas länger», sagt Ingenieur Christian Herrmann. In Arbeit sind zudem die Feuerstelle und die Wege.

Nebst den Baumaschinen hat auch die Natur an der Gestaltung des Parks gearbeitet – namentlich die Hochwasser im vergangen Herbst. «Der Altlauf der Murg hat sich seine Bäume geholt», sagt Ingenieur Herrmann mit Blick auf die quer über dem Fluss liegenden Stämme. Das liege in der Dynamik von Auenwäldern.

Der Murg-Auen-Park ist und bleibt ein Wald, betonen Herrmann und Hugentobler. Standortfremde Tannen sind verschwunden, die Robinien auch. Dafür wachsen nun heimische Arten; meist Laubbäume wie Stieleichen, Feldahorn oder Wildkirsche, da und dort auch Föhren. Laut Landschaftsarchitekt Martin Klauser sind mit Absicht nebst den unscheinbaren Jungpflanzen, wie sie im Forst verwendet werden, auch grossgewachsene Jungbäume aus Baumschulen gesetzt worden. «An wichtigen Stellen haben wir nach gestalterischen Kriterien grosse Bäume gesetzt. Das macht den Park nach aussen sichtbar», sagt Klauser. Dies gelte auch für die Gleditschien, die in der Rabatte an der Zeughausstrasse stehen und den Eingang zum Murg-Auen-Park markieren; die einzigen nicht einheimischen Bäume im Park.

Zeit zum Wachsen und Ergrünen

Nun sollen die Bäume und Sträucher und auch die neu angelegte Blumenwiese Zeit zum Ergrünen haben, damit der Park dann bei der offiziellen Einweihung am 15. August voll im Saft steht. «Wir haben das Datum deswegen in den Sommer gelegt», sagt Hugentobler. Zu hoffen ist deshalb, dass nicht ein ausserordentliches Hochwasser die noch kaum angewachsenen Jungpflanzen wieder wegspült.

Nicht allein die Natur, auch der Mensch gestaltet den Park weiter. Einerseits durch gezielten forstlichen Unterhalt, andererseits durch die Ausflügler und Spaziergänger, die das Gelände nutzen. Der Altlauf der Murg lädt grössere und kleinere Kinder zum Spielen ein. Da und dort hat es erste Sandburgen und improvisierte Feuerstellen. «Das soll so sein», sagt Fabrizio Hugentobler.