Der OB hat nicht genug vom Krimi

Der Konstanzer Oberbürgermeister Uli Burchardt will seine Stadt auch nach dem Aus der Kommissare Klara Blum und Kai Perlmann im «Tatort» sehen. Jetzt hat er sogar dem Fernsehdirektor des SWR einen Brief geschrieben.

Martina Eggenberger Lenz
Drucken
Teilen
Uli Burchardt (Bild: Nana do Carmo)

Uli Burchardt (Bild: Nana do Carmo)

KONSTANZ. Neun Millionen auf einen Streich: so viel Publicity wie durch den «Tatort» bekommt die Stadt Konstanz so schnell nicht mehr. Das ist auch Oberbürgermeister Uli Burchardt nicht entgangen. Er bedauert deshalb in einem Schreiben das angekündigte Aus von Kommissarin Klara Blum und Kollege Kai Perlmann (unsere Zeitung berichtete). Auch wenn die Kritiker die Krimi-Episoden vom Bodensee wenig schätzen: Die Einschaltquoten waren stets super. Der OB will nun den Fernsehdirektor des Südwestdeutschen Rundfunks überzeugen, dass das «Potenzial für einen Tatort aus Konstanz noch lange nicht ausgeschöpft ist». Gerne in einem persönlichen Gespräch. Er verweist auf die schöne Landschaft, die mittelalterliche Altstadt und die grenzüberschreitenden Möglichkeiten der Vierländerregion.

Das SWR liess bislang alle Möglichkeiten offen. Vielleicht klappt es also doch und die Region bekommt ein neues Ermittlerduo. Wäre träumen erlaubt, dann bitte eines, das so amüsant ist wie die Quotenknaller Thiel und Boerne aus Münster. Oder ein kantiges Exemplar à la Borowski und Brandt (Kiel). Sonst wenigstens jugendlich-frische Kräfte wie die Weimarer Dorn und Lessing. Uli Burchardt seinerseits sichert dem SWR «jegliche Unterstützung» zu. Wie das gemeint ist, ist nicht weiter definiert. Vielleicht will der mediengewandte Politiker ja sogar selbst einmal vor der Kamera Räuber und Poli spielen.

Aktuelle Nachrichten