Der moderne Tante-Emma-Laden

FRAUENFELD. Promi-Vermittlerin Renata Angehrn hat in der Frauenfelder Vorstadt neben dem «Anker» einen Kiosk eröffnet. Tochter Joy und sie stehen nun täglich hinter der Theke von «Kiosk and more». Nächsten Sonntag ist Tag der offenen Tür.

Mathias Frei
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Sind ihre eigenen Chefinnen: Joy und Renata Angehrn hinter der Theke von «Kiosk and more». (Bild: Reto Martin)

Sind ihre eigenen Chefinnen: Joy und Renata Angehrn hinter der Theke von «Kiosk and more». (Bild: Reto Martin)

Wenn Hausi Leutenegger abends mal das Katzenfutter oder das Shampoo ausgeht, braucht er nicht mehr zu verzweifeln. Denn der «Kiosk and more» seiner guten Freundin Renata Angehrn hat das und noch viel mehr im Sortiment – eben ein Kiosk und mehr.

Für Eventmanagerin und Prominente-Vermittlerin Renata Angehrn – gebürtige Zürcherin – ist die Eröffnung des Kiosks in der Vorstadt gewissermassen ein Heimkommen. «Hier kann ich sein, wie ich bin», sagt sie und wirkt zufrieden dabei. Seit einigen Jahren ist Renata Angehrn in der Geschäftsleitung der Anker Gastro GmbH, mit «Anker»-Wirt Silvio «Sivel» Reinhard schon lange eng befreundet. Beim Umbau der Anker-Liegenschaft vor dreieinhalb Jahren wurde auch ein Kiosklokal eingerichtet, zu erreichen über den Take-away «Bäck to the Wurscht» und den Hinterhof. Die Räumlichkeit lag brach – bis Angehrn übernahm.

Damals im «Roten Ochsen»

Vor 37 Jahren kam die Zürcherin Angehrn erstmals in den Thurgau. Sie wusste nichts über Frauenfeld, war zudem mit ihrem ersten Sohn schwanger. In einer Bechtelisnacht stand sie damals im «Roten Ochsen» erstmals hinter der Bar. Später lernte sie den Thurgauer Profiboxer Stefan Angehrn kennen und lieben. Familie, Kinder, dann die Scheidung. Ihr heutiges Kiosklokal ist nur einen Steinwurf entfernt vom «Roten Ochsen».

Zuletzt war Angehrn Geschäftsführerin eines Nachtclubs in Zürich. Den Job hat sie aber an den Nagel gehängt. Zu anonym. Und sie habe auch «geruhigt». Zudem: «Mit 80 kann ich mich hoffentlich noch auf meinen Rollator stützen und Euro-Millions-Lose verkaufen, aber keinen Nachtclub mehr führen.» Der Kiosk solle ihr die Altersvorsorge sichern, sagt Renata Angehrn. Und natürlich hat sie auch schon Pläne. Zuerst müsse aber der Umsatz stimmen. Dann kann sich Angehrn vorstellen, die Kiosköffnungszeiten bis spätnachts zu verlängern. Sie denkt aber auch an Stricknachmittage oder an Subito-Abende. Was halt bei den Leuten in der Vorstadt so ankommt. Potenzial sieht sie zudem in der räumlichen Nähe von «Anker», «Bäck to the Wurscht» und ihrem Kiosk. «Bei mir kann man Lotto spielen, dazu eine Stange trinken und auf die Pizza warten.»

Eine Menschenfreundin

Dass sie irgendwann einmal einen Kiosk führen wird, hätte sie sich nicht träumen lassen. Aber: «Ich habe einfach gern Leute um mich herum.» Der Kiosk soll ein Treffpunkt werden, «etwas Lebendiges».

Seit einem guten Monat ist «Kiosk and more» offen. Nebst Lotto, Toto und verschiedenen Lösli ist bislang das Katzenfutter am besten weggegangen. Unter Erwarten liefen dagegen die Klatsch-Frauenheftli.

Lücke in der Vorstadt schliessen

In der Vorstadt gab es nach dem Ha-Ha-Shop keinen Kiosk mehr. Die Metzgerei Stäheli hat geschlossen, der Vorstadt-Chäslade ebenfalls, zuletzt Ende Jahr auch die Sonnebeck-Filiale. Diese Lücken versucht Renata Angehrn zu schliessen. Vorerst verkauft sie im Kiosk frisches Brot.

Das übliche Kiosksortiment ist bei ihr ebenfalls vorrätig, vom Drehtabak über Süssigkeiten bis zu Zeitungen und Zeitschriften. Auf spezielle Zeitschriftenwünsche geht die neue Kioskfrau gerne ein. Nebst den üblichen Pressetiteln führt «Kiosk and more» bislang einige Motorrad-Magazine. Erotiktitel sind auch vorhanden. «Aber vielleicht genieren sich die Leute, solche Magazine bei jemandem zu kaufen, den man regelmässig sieht.»

Zum Sortiment, das «and more» rechtfertigt, gehören italienische Pasta, Katzenfutter, Shampoo, Zahnpasta oder Tagescrème. Dinge, die es braucht, die aber zu Unzeiten ausgehen. Renata Angehrn spricht aus eigener Erfahrung. Oder wenn man so viel um die Ohren hat wie Hausi Leutenegger.

«Kiosk and more»: täglich offen von 11 bis 14 und 17 bis 21 Uhr. Tag der offenen Tür: So, 31. Januar, 13 bis 18 Uhr, mit Häppli, Getränken und Give-aways

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