Der Markt ist voll

DIESSENHOFEN. Am Martinimarkt in Diessenhofen verkauften rund 100 Marktfahrer Nützliches und Kurioses. Aus Sicht der Kinder waren Magenbrot und Zuckerwatte ein Muss.

Dieter Ritter
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Die Besucher brauchen Zeit, um sich durchs Gedränge zu bewegen. (Bild: Dieter Ritter)

Die Besucher brauchen Zeit, um sich durchs Gedränge zu bewegen. (Bild: Dieter Ritter)

Die Besucher brauchten viel Geduld, um sich durch das Gedränge zwischen den Ständen zu bewegen. Die Mühe lohnte sich. Es gab Sachen, die in keinem Einkaufszentrum zu finden sind, wie etwa Autoschilder aus aller Welt, Hanf-Fladenbrot oder medizinische Instrumente. Letztere würden meist von Fischern oder Modellbauern gekauft, versicherte Marktfrau Haefelin aus Escholzmatt. Reini Utzinger aus Bülach hat für fast alle Beschwerden einen Tee oder Sirup. Im «Duftschloss» gab es Mischungen mit rund 300 Duftnoten zu kaufen. «Ich arbeite seit 25 Jahren in diesem Geschäft», sagt Sam Bovey aus Hemishofen, Aromaberater und Mitinhaber der Firma Duftschloss.

Lustig verpackte Süssigkeiten

Sehr zufrieden mit der Betreuung der Marktfahrer in Diessenhofen ist Romy Graf aus Wetzikon: «Die Zusammenarbeit mit Erich Milz war super.» Die neue Marktchefin Monika Thompson kennt sie noch nicht. Graf verkauft in zweiter Generation Zuckerwatte, Magenbrot und lustig verpackte Süssigkeiten. Sie liebt ihren Beruf: «Man muss mit Leib und Seele Marktfahrer sein.» Die Waren, welche Roland Schenkel aus Uster anbietet, wurden in Kleinbetrieben in der Schweiz hergestellt wie etwa Lederwaren und Felle. Das Murmeli-Fett bezieht er aus Frutigen.

Im Kreis herumfliegen

Die Kulturstube Löwen öffnete am Martinimarkt zum letzten Mal das beliebte Flohmarkt-Café. Die Wirtsleute und Freilichtspiel-Unternehmer Gabriele Caduff und Rolf Riedweg ziehen nach Ungarn. Das Projekt «Schwarzes Gold» habe viel Kraft gekostet. Sie ziehen sich jetzt eine Weile zurück, schreiben sie in ihrer Homepage. Auf www.kulturstubeloewen.ch werden sie über ihr neues Leben berichten.

Auf der Viehwies versuchten die Betreiber von Bahnen und Ständen, mit Musik und Lichterspielen auf sich aufmerksam zu machen. Den grossen Kick bot der Twister. Von weitem war das Gekreische der Wagemutigen zu hören, welche in kleinen Schalen in schwindelerregender Höhe im Kreis herumrasten. Trotz moderner High-Tech-Einrichtungen ist der traditionelle Autoscooter immer noch sehr beliebt. Praktisch jede Runde war am Martinimarkt ausgebucht.