Der Mann für alles feiert Jubiläum

Der Matzinger Gemeindeschreiber Willy Feurer ist diese Woche seit 25 Jahren bei der Gemeinde tätig und will es weiterhin bleiben. Er spricht über skurrile Anfragen am Schalter und die Wandlung, die Matzingen im vergangenen Vierteljahrhundert durchlebte.

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Der Matzinger Gemeindeschreiber Willy Feuer steht am Schalter der Gemeindeverwaltung. (Bild: Donato Caspari)

Der Matzinger Gemeindeschreiber Willy Feuer steht am Schalter der Gemeindeverwaltung. (Bild: Donato Caspari)

Herr Feurer, seit Ihrem ersten Arbeitstag am 1. September 1988 hat sich in Matzingen viel getan. Was ist die grösste Veränderung seither?

Willy Feurer: Die Gemeinde ist stark gewachsen seither. Mitte der 1980er-Jahre entstanden drei grosse Überbauungen, und mit ihnen bekamen wir rund 300 Zuzüger. Dementsprechend musste die Infrastruktur angepasst werden. 2001 gab es mit der Schulanlage Chatzebuggel mehr Platz für Schüler.

Und inwiefern hat sich die Arbeit in der Verwaltung verändert?

Feurer: Früher hatten wir noch keine Computer, wir mussten bis 1992 alles auf der Schreibmaschine eintippen. Wobei wir heute noch eine herumstehen haben. Die brauche ich ab und zu noch. Es gibt Sachen, die kann man nicht so einfach ausdrucken. Ausserdem haben wir ein zweites Gemeindehaus in Betrieb genommen. So haben wir zwar mehr Platz für die verschiedenen Aufgabenbereiche, der persönliche Kontakt zwischen den Mitarbeitern ist so aber leider etwas schwieriger geworden.

Die Gemeindeverwaltung ist Anlaufstelle für alles Mögliche. An welche skurrilen Anfragen mögen Sie sich noch erinnern?

Feurer: Das ist tatsächlich so. Es gab Wandergruppen aus dem Toggenburg, die fragten nach einem guten Restaurant in der Gegend oder Leute, die anriefen, weil sie ein Tier angefahren hatten und nicht wussten, an wen sie sich wenden sollten. Als ich noch beim Einwohneramt arbeitete, riefen mich die Leute am Samstag zu Hause an und sagten: Wir gehen morgen in die Ferien und brauchen noch eine Identitätskarte.

Und die stellten Sie dann noch aus?

Feurer: Ja natürlich. Wir gingen ins Gemeindehaus, und ich fertigte die Karte an. Wobei man sagen muss, damals war es eher eine Art <Kartönli>. Früher konnte man bei uns auch Gebührenmarken kaufen. Auch deshalb wurde ich am Wochenende angerufen. Weil es mühsam war, immer zur Verwaltung zu laufen, wo die Märkli waren, nahm ich sie irgendwann nach Hause. Dann konnten die Einwohner am Wochenende zu mir kommen und dort Gebührenmarken kaufen.

Sie hatten verschiedene Jobs in der Gemeinde. Welcher machte Ihnen am meisten Spass?

Feurer: Die Arbeit hier ist allgemein sehr vielseitig. Es gibt immer etwas Neues. Der Kontakt zu den Menschen ist mir wichtig. Beim Bauwesen gefiel mir, dass ich miterleben konnte, wie sich die Gemeinde entwickelt. Auf der Baustelle konnte ich gute Kontakte knüpfen.

Und was fanden Sie eher mühsam?

Feurer: Früher musste ich viele Statistiken erstellen. Das habe ich meistens erst auf den letzten Drücker erledigt.

Gab es auch einmal Knatsch?

Feurer: Manchmal gab es am Schalter etwas schwierige Leute. Aber zum Glück weiss ich, wie ich die gut abklemmen kann.

Werden Sie noch lange bei der Gemeinde Matzingen bleiben?

Feurer: So Gott will. Mein Wunsch wäre schon, bis zur Pensionierung weiterhin für die Gemeinde zu arbeiten.

Interview: Gloria Karthan