Der «Löwen» beisst auf Granit

STECKBORN. Gegen Lorenz Haids Umbauprojekt des «Löwen» im Zentrum Steckborns sind acht Einwendungen eingegangen. Der Bauherr prüft noch, wie es mit «Löwen» und «Seelöwen» weitergehen soll.

Caspar Hesse
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Alte Ansicht von Steckborn: Für Lorenz Haid passt sein heutiges Projekt bestens ins Stadtbild von einst. (Bild: pd/Orell Füssli)

Alte Ansicht von Steckborn: Für Lorenz Haid passt sein heutiges Projekt bestens ins Stadtbild von einst. (Bild: pd/Orell Füssli)

Noch sind die Einwendungen nicht bei ihm eingetroffen, wie Lorenz Haid gegenüber der Thurgauer Zeitung sagt. Gegen sein Projekt eines Um- und teilweise Neubaus der Liegenschaft «Löwen» in unmittelbarer Nachbarschaft zum Rathaus sind acht Einwendungen eingegangen, wie es auf Anfrage beim Steckborner Baudepartement heisst.

Bis 14. März war das Gesuch zur Einsicht aufgelegen (Thurgauer Zeitung vom 26. Februar). Eine der Einwenderinnen ist die Bürgergemeinde Steckborn. Als Eigentümerin des Rathauses macht sie ein schutzwürdiges Interesse geltend, wie Präsident Ernst Füllemann auf Anfrage der TZ sagt.

Die Bürgergemeinde stört sich an zwei wesentlichen Punkten: Auf der Seestrassenseite würden die Fenster zu eigentlichen Schaufenstern vergrössert, was nicht zur Fassade passe. Und auf der Seeseite störe der massige Neubau das unter Bundesschutz stehende Rathaus.

Ebenerdiger Zugang

Der Berlinger Bauherr Lorenz Haid kann die Einwendungen nicht nachvollziehen und verweist auf eine alte Ansicht Steckborns aus der Zeit um 1900. Damals habe ein ähnlicher Bau in ähnlichen Ausmassen am selben Ort bestanden, ohne dass er gestört habe. Die Einwendungen seien noch nicht bei ihm eingetroffen, sagt Haid auf Anfrage. Er werde alles prüfen.

Das Dach sei bewusst zurückgenommen worden, um keine Konkurrenz zum Rathaus zu schaffen. Auch die Dachlandschaft werde in ihrem Aussehen nicht verändert.

Die Fenster auf der Strassen- und auf der Hofseite will Haid weiter herunterziehen, weil auch der Eingang ebenerdig eingerichtet werden soll. Die heute bestehenden Treppenstufen zu den Eingängen des Gebäudes sollen verschwinden, der Boden um rund 60 Zentimeter gesenkt werden.

Restaurants, Gewerbe, Wohnen

Im Innern soll ein 41 Meter langer durchgehender Riegel entstehen. Was darin passieren soll, ist noch offen. Denkbar wäre eine Markthalle, auf der Strassenseite ein Restaurant und auf der Seeseite ein Bistro, das Haid «Seelöwen» nennen will und mit einer entsprechenden Figur versehen will, analog zur Steinfigur des «Löwen» auf der Strassenseite.

Sowohl im Neubau auf der Seeseite als auch im alten Haupthaus auf der Seestrassenseite sollen in den oberen Geschossen Mietwohnungen entstehen. Der ganze Umbau soll rund 6 Millionen Franken kosten. Die Bauzeit läge bei 18 Monaten.

Rathaus (links) und Neubau (rechts). (Bild: Caspar Hesse)

Rathaus (links) und Neubau (rechts). (Bild: Caspar Hesse)

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