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Der Leuchtturm aus Deutschland

Eine 30köpfige Delegation aus dem Thurgau besucht ein Geothermie-Kraftwerk im deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz. Es dient als Vorzeigemodell in der Energiedebatte im Thurgau.
Samuel Koch
Das genutzte Wasser durchläuft das Naturkühlsystem, ehe es wieder in den Untergrund gepumpt wird. (Bild: Samuel Koch)

Das genutzte Wasser durchläuft das Naturkühlsystem, ehe es wieder in den Untergrund gepumpt wird. (Bild: Samuel Koch)

INSHEIM. Treffpunkt: Bahnhof Frauenfeld. Ziel: ein Geothermie-Kraftwerk im deutschen Insheim in der Nähe von Karlsruhe. Ein Reisecar bringt eine Delegation von 30 Personen aus Politik und Gesellschaft aus dem Thurgau nach Insheim im Landkreis Landau.

Die Exkursion hat Andreas Koch, Geschäftsführer des Vereins Geothermie Thurgau (VGTG), kurzfristig organisiert. Mit dabei ist auch CVP-Kantonsrat und Präsident des VGTG, Josef Gemperle, ein bekannter Vorkämpfer für grünen Strom. Gemperle bedauert, dass Regierungsrätin Carmen Haag nicht dabei ist.

Die Informationsfahrt

Die Fahrt an diesem sonnigen Donnerstag führt die Delegation über Basel und das Elsass. Kurz nach dem Grenzübergang nach Frankreich meldet sich der Geologe und Vizepräsident des VGTG, Roland Wyss, zu Wort. Seine Informationen haben Hand und Fuss: «Im Elsass herrschen bessere geothermische Bedingungen als in der Schweiz.» Das Gestein werde von den Alpen seit Millionen von Jahren unter dem Schweizer Mittelland hindurch zwischen die Vogesen und den Schwarzwald in den Rheintalgraben geschoben. Dies habe zur Folge, dass die dortigen Sedimente dünner seien als bei uns. Damit vergrössere sich der sogenannte Gradient. Die Bohrungen müssen also nicht derart tief erfolgen, um die gleich hohen Temperaturen zu erzielen.

Andere Rahmenbedingungen

Laut Roland Wyss hat Geothermie nichts mit dem umstrittenen Fracking zu tun: «Dort wird Wasser mit Zusatzstoffen in die Erdbohrung gepumpt.» Durch die Dickflüssigkeit der gepumpten Materie würden Risse im Gestein entstehen. Sobald der Druck wieder nachlasse, würden sich die Risse wieder schliessen. «Bei der Tiefengeothermie brauchen wir keine Zusatzstoffe, um den Untergrund zu stimulieren», betont Wyss.

Nach der Mittagsverpflegung im gutbürgerlichen Restaurant Raddegaggl in Landau begibt sich die Delegation zum Kraftwerk, welches sich direkt neben der Autobahn Karlsruhe-Mannheim befindet und seit 2012 von der Pfalzwerke Geofuture GmbH betrieben wird. Das Kraftwerk ist nur über einen Feldweg und eine schmale Autobahnunterführung zu erreichen. Ingenieur Darius Szablinksi empfängt die Gruppe und betont: «Wir freuen uns, dass Schweizer unseren Betrieb als Vorzeigemodell wahrnehmen.» Bevor er sie auf dem Areal herumführt und die einzelnen Betriebsteile wie Wasserpumpe, Stromgenerator oder Kühlanlage zeigt, präsentiert er in einer Halle einige Fakten zum Kraftwerk. Szablinski schwärmt für Geothermie und beantwortet die Fragen der Delegation schlagfertig.

In Insheim wird Wasser aus knapp 4000 Metern an die Oberfläche gepumpt und mit der hydrothermischen Methode Strom erzeugt. Damit versorgt es rund 8000 Haushalte.

Gelungene Aktion

Obwohl sich die Rückreise verspätet, sind die Teilnehmer zufrieden: «Die Erwartungen wurden mehr als erfüllt», sagt Josef Gemperle. Insheim zeige klar, dass Geothermie funktioniere. Roland Wyss ergänzt: «Alle wollen sauberen Strom – Geothermie liefert sie.»

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