Der letzte Schneesturm

In der TZ von 1917

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Steckborn Der Westwind letzte Nacht hat nun den See vollständig gesäubert und auch den untern Teil bis Eschenz vom Eis befreit. Als Kuriosum darf erwähnt werden, dass am 18. März noch einige Waghalsige aufs Eis gingen. Die Seegfrörne dauerte fast sieben Wochen, vom 1. Februar bis 19. März.

Erlen Der rasende Schneesturm, der durch unsere Gegend wütete, wäre fast drei Arbeitern verhängnisvoll geworden. Etwa um halb 3 Uhr stürzte plötzlich der noch in Erstellung befindliche Neubau des Herrn Fabrikanten Forster mit grossem Krachen ein. Das Haus war vor etwa einer Woche im Rohbau (Riegelwerk) erstellt worden; nun liegt das ganze Holzwerk an einem Haufen. Zur Zeit des Einsturzes befanden sich drei Arbeiter auf dem Dache. Einer musste bewusstlos vom Platz getragen werden. Ein zweiter wurde ebenfalls verletzt; doch konnte er bis zum Abend wieder herumhinken. Der dritte wurde durch die Gewalt des Sturmes weggeschleudert und landete unverletzt in der Wiese nebenan. Als wahres Wunder ist es zu bezeichnen, dass die drei Arbeiter von dem schweren Balkenwerk nicht erschlagen wurden.