Der lange Bruder des Hochhauses

Am Montag fahren hinter dem Wohnblock der Genossenschaft Alterssiedlung Frauenfeld die Bagger auf. Im März 2017 sollen die 45 Alterswohnungen im Neubau bezugsbereit sein. Gestern ging der Spatenstich über die Bühne.

Mathias Frei
Drucken
Teilen
Kleiner Aushub: GAF-Präsident Michael Lerch, Architekt Michael Helbling, Tiefbauunternehmer Stefan Geiges und Stadträtin Elsbeth Aepli. (Bild: Andrea Stalder)

Kleiner Aushub: GAF-Präsident Michael Lerch, Architekt Michael Helbling, Tiefbauunternehmer Stefan Geiges und Stadträtin Elsbeth Aepli. (Bild: Andrea Stalder)

FRAUENFELD. Der Bagger fehlt. Wahrscheinlich habe ihm Stefan Geiges nur einen Spaten zugetraut, mutmasst Michael Lerch. Tiefbauunternehmer Geiges steht ein paar Meter entfernt vom Präsident der Genossenschaft Alterssiedlung Frauenfeld (GAF) und nickt schmunzelnd. Auch sonst ist alles in Minne beim gestrigen Spatenstich zum GAF-Neubau im Reutenen.

Zuletzt im Zielacker gebaut

Erstmals seit 1994 wagt sich die Genossenschaft Alterssiedlung Frauenfeld wieder an ein Neubauprojekt. Vor 22 Jahren wurden beim Kindergartenneubau Zielacker acht Alterswohnungen eröffnet (siehe Kasten). Nun steht der 13,5-Millionen-Franken-Neubau im Reutenen auf dem Plan mit 45 Alterswohnungen. Vor ziemlich genau fünf Jahren habe die Planung begonnen, blickt Genossenschaftspräsident Lerch zurück. «Und nun können wir einen Meilenstein setzen auf einem nicht ganz einfach Weg.»

Eigentlich war im November 2012 ein Siegerprojekt aus einem Architekturwettbewerb hervorgegangen. Aber dann kam es zum Architektenwechsel. Das Frauenfelder Architekturbüro Innoraum Kräher, Jenni + Partner übernahm die Planung. Ihr Projektentwurf war als zweitbester juriert worden im Wettbewerb. Und schliesslich ging während der öffentlichen Bauauflage auch noch eine Einsprache ein. «Aller Anfang ist schwer, dafür geht der Bau hoffentlich umso reibungsloser vonstatten», sagt Lerch.

Bewusst kleine Tiefgarage

Der Zeitplan sieht so aus, dass am Montag der Abbruch des bestehenden eingeschossigen Pavillonbaus startet, danach folgt der Aushub. Der markante Wohnblock bleibt bestehen. Im März sollen die Baumeisterarbeiten beginnen. Später folgt der Holzelementbau. Die 45 Alterswohnungen im länglichen viergeschossigen Bau sollen laut Lerch im März 2017 bezugsbereit sein. Die Tiefgarage als Kostentreiber ist mit 15 Abstellplätzen eher klein dimensioniert. «Weil davon auszugehen ist, dass nicht jeder Mieter auch ein Auto hat», wie Lerch sagt.

Denn bei den 45 Wohnungen (4 Wohnungen à 3,5 Zimmer, 41 Wohnungen à 2,5 Zimmer) handelt es sich um bewusst günstigen Wohnraum. Dass ein Grossteil der Wohnungen auch bezahlbar ist für Bezüger von Ergänzungsleistungen (EL), ist eine Auflage der Stadt im Rahmen des Landverkaufs an die GAF zu einem vergünstigten Preis. Ein Ehepaar mit EL hat inklusive Nebenkosten monatlich 1250 Franken Miete zur Verfügung. Laut Lerch werden mindestens 31 der 45 Wohnungen EL-tauglich sein. Und wenn die Arbeitsvergaben weiterhin so positiv verliefen, könne man die Mieten sogar weiter senken, insbesondere für Erdgeschosswohnungen. Feststehen werden die Mietzinse und weitere Rahmenbedingungen zwar erst im Juni. Aber bereits gebe es eine «schöne Interessentenliste», sagt Lerch. Gleichwohl seien Anmeldungen weiterhin erwünscht, über das Online-Formular oder direkt beim Wohnungsverwalter Franz Staubli. Was die Arbeitsvergaben betreffe, werde man nach Möglichkeit regionale Unternehmen berücksichtigen, sagt Lerch. So steht fest, dass unter anderem die Geiges AG den Tiefbau macht, während die Tschanen AG die Baumeisterarbeiten ausführt.

Ergänzung zur Parksiedlung

Als Vertreterin der Stadt im GAF-Vorstand ist auch Stadträtin Elsbeth Aepli (Departement für Alter und Gesundheit) beim Spatenstich dabei und sehr erfreut über den Baustart. Die neuen GAF-Alterswohnungen seien, weil EL-tauglich, eine gute Ergänzung zu den Alterswohnungen der städtischen Parksiedlung Talacker. Frauenfeld komme der Vorgabe des Kantons nach. Denn es würden keine Pflegeplätze gebaut, sondern Alterswohnungen, durch die ambulante Pflege- und Betreuungsangebote aufgewertet werden können.

Aktuelle Nachrichten