Der Kongress der Archäologen beginnt

Über die Erhaltung archäologischer Fundstätten diskutieren und beraten Wissenschafter aus der ganzen Welt bis 18. April in Kreuzlingen. Die Eröffnungsfeier stellte daher Anforderungen an die Englischkenntnisse der Festredner.

Kurt Peter
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Eröffnete den Kongress: Hansjörg Brem, Urs Leuzinger, Archäologen, Stadtammann Andreas Netzle, Regierungsrätin Monika Knill. (Bild: Kurt Peter)

Eröffnete den Kongress: Hansjörg Brem, Urs Leuzinger, Archäologen, Stadtammann Andreas Netzle, Regierungsrätin Monika Knill. (Bild: Kurt Peter)

KREUZLINGEN. Als zuständige Regierungsrätin begrüsste Monika Knill am Sonntagabend in der Aula der Pädagogischen Maturitätsschule die angereisten Wissenschafter. Nach London, Amsterdam und Kopenhagen ist Kreuzlingen der vierte Austragungsort des internationalen Treffens «preserving archaelogical remains in situ», kurz «paris 5» genannt. «Ich nehme an, dass niemand von Ihnen vorher von Kreuzlingen gehört hat», sagte Monika Knill auf Englisch zu den rund 60 Zuhörern. Und manche würden sich fragen, warum die Konferenz in der Gemeinde stattfinde. «Einer der Hauptgründe ist die Tatsache, dass wir das 600-Jahr-Jubiläum des Konstanzer Konzils feiern», erklärte die Regierungsrätin.

Von 1414 bis 1418 sei das ein wichtiger Anlass für Europa und den christlichen Glauben gewesen. Monika Knill ging in ihrer Ansprache auch auf die spezielle Lage an der Grenze ein und die damit notwendige, enge Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und Deutschland in der Bodenseeregion. «Die europäischen Teilnehmer kennen vielleicht die Interreg-Programme», erklärte sie weiter. Schwerpunkt eines Programms sei es gewesen, die archäologischen Fundstellen unter Wasser zu schützen. Ein Projektpartner des Programms sei die Universität Konstanz.

Monika Knill sprach von einem «gewaltigen Kraftakt und Teamwork», den Kongress durchzuführen. Gelungen sei es dank des Einsatzes des Amtes für Archäologie unter der Leitung von Hansjörg Brem und Urs Leuzinger. Ein Dank gehe aber auch an die Stadt Kreuzlingen und Kreuzlingen Tourismus, «das die Fäden bis Ende der Woche in den Händen halten wird». Sie hoffe, dass die Konferenz ein Erfolg werde und die Teilnehmer Zeit fänden, einige interessante Ziele am Bodensee zu sehen.

Viele Funde aus der Bronzezeit

Internationalität sei für Kreuzlingen normal, erwähnte Stadtammann Andreas Netzle in seinen – ebenfalls englischen – Begrüssungsworten. Nicht nur wegen der Lage an der Grenze: «In Kreuzlingen sind 53 Prozent der Bevölkerung Ausländer, sie stammen aus 80 Nationen.» Die Kongressteilnehmer würden dies aber nicht merken, zeigte sich Netzle überzeugt, denn die Kreuzlinger Bevölkerung sei gastfreundlich, offen und tolerant. «paris 5» passe gut in die Stadt, weil diese über Schulen aller Bildungsstufen verfüge und – wenn man Konstanz grosszügig dazurechne – gar über eine Universität. Zudem weise die Region zahlreiche archäologische Funde aus der Bronzezeit auf und gehöre deshalb zum Weltkulturerbe der Unesco. Er rief die Wissenschafter dazu auf, neben dem Kongressprogramm, auch die Freizeit am Bodensee zu geniessen.

Schutz der Pfahlbauten

Grund für die Ortswahl des Kongresses waren die Initiativen von Baden-Württemberg sowie der Kantone Zürich und Thurgau für den Schutz von Pfahlbauten in den Seen der Region. «paris 5» bildet auch den Schlussstrich unter ein gemeinsames Interreg-IV-Programm sowie die erfolgreiche Kandidatur für die Aufnahme als Unesco-Welterbe. Die Kongressteilnehmer werden an zwei Tagen auch Kulturobjekte in der Region besichtigen.

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